Panama |

Tote und Verletzte bei indigenen Protesten gegen Bergbau

Nach tagelangen Protesten der indigenen Bevölkerung gegen die Genehmigung von Bergbau- und Wasserkraftprojekte auf indigenen Territorien, haben Regierung und Vertreter der indigenen Ngäbe Buglé gestern (Ortszeit) eine Übereinkunft zum Ende der Proteste unterzeichnet.

Indígenas hatten bereits seit Ende Januar, unterstützt von zahlreichen nationalen und internationalen Organisationen, im Westen des Landes mit Demonstrationen und Straßenblockaden gegen Gesetzesänderungen im Bergbau protestiert. Diese Änderungen sehen eine Aufhebung des Verbots des Bergbaus in indigenen Gebieten und die Umsiedelung der indigenen Bevölkerung vor.

UNO kritisiert brutalen Polizeieinsatz

Die Polizei war mit brutaler Härte gegen Protestierenden vorgegangen. Beim Versuch, die Blockade der Fernverkehrsroute Interamericana aufzulösen, schossen Beamte in die Menge. Mindestens eine Person wurde dabei getötet, Dutzende verletzt. Anschließend kam es zu Ausschreitungen, so lokale Presseberichte. Sowohl der UN-Sonderbotschafter für indigene Rechte, James Anaya, als auch die interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH kritisierten die Repression und forderten die Regierung Panamas auf, die indigenen Rechte wie auch das Demonstrationsrecht zu garantieren.

Bei den Vermittlungsgesprächen unter Leitung des Bischofs von David, José Luis Lacunza, verpflichteten sich laut lokalen Presseberichten die Indígenas, ihre Proteste zu beenden. Die Regierung versprach, die Polizeibeamten aus dem Konfliktgebiet abzuziehen, für die Sicherheit der indigenen Vertreter zu sorgen und alle im Zuge der Proteste verhafteten Indígenas ohne Anklage wieder freizulassen.

Kupfervorkommen auf indigenem Territorium

Die Behörden sollen den Verletzten zudem unverzüglich medizinische Hilfe zukommen zu lassen und die Familie von Jerónimo Rodríguez, der bei den Protesten ums Leben kam, soll entschädigt werden. Zudem wurde vereinbart, den Dialog wieder aufzunehmen. Die katholische Kirche sowie der UN-Sonderbotschafter sollen für den Fortgang der Gespräche garantieren.

Die Konfliktregion in der Provinz Chiriquí an der Grenze zu Costa Rica verfügt über reiche Bodenschätze. Kanadische und koreanische Firmen wollen die Kupfervorkommen unter dem Berg „Cerro Colorado“ ausbeuten, der sich auf indigenem Territorium befindet und den Indígenas heilig ist. (bh)