Ecuador |

Tödliche Messerstecherattacke bei Wahlkampfveranstaltung

Wenige Minuten vor Beginn einer Wahlkampfveranstaltung des amtierenden Präsidenten Rafael Correa in Quinindé (Provinz Esmeraldas) hat ein Mann am Montagabend auf Wahlhelfer von Alianza País mit einem Messer eingestochen. Dabei wurden zwei Personen getötet, vier weitere wurden verletzt. Von der Tat existiert ein Videoband, das in den Medien verbreitet wurde. Der Täter floh zunächst, konnte aber von Sicherheitskräften gestellt werden. Er wurde vorsorglich in Haft genommen und nach Quito überstellt.

Angaben des Polizeihauptmanns Ramiro Ortega aus Quinindé zufolge sei das Tatmotiv unbekannt. Es gebe bis jetzt auch keine Beweise, dass der Mann unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gehandelt habe. Präsident Correa hatte in Stellungnahmen immer wieder betont, dass es sich vermutlich um einen Einzeltäter handele, der unter Drogeneinfluss gestanden habe.

Präsident Correa mahnt zur Ruhe

Präsident Rafael Correa, auf dessen Ankunft die Anhänger in Quinindé gewartet hatten, brach seine Wahlkampftour aufgrund des tragischen Vorfalls ab. Am Dienstag besuchte er die Familien der Opfer in Quininde und mahnte das Land zur Ruhe.

Der Wahlkampf für die am 17. Februar abgehaltenen Präsidentschaftswahlen war bisher ruhig verlaufen. Bis auf den Kandidaten Pastor Nelson Zaval (Partido Roldosista Ecuatoriano), der sich laut Pressemeldungen zu dem Vorfall noch gar nicht geäußert haben soll, verurteilten alle anderen Präsidentschaftskandidaten den Vorfall und bekundeten ihre Solidarität mit den Opfern.

Unterdessen wies Correa, der laut Umfragen in knapp zwei Wochen mit seiner Wiederwahl rechnen kann, Kritik an mangelnden Sicherheitsvorkehrungen zurück. Polizisten in Zivil hätten die Veranstaltung gesichert, so der Präsident. (bh)