Ecuador |

Tod durch Billig-Fusel

In Ecuador ist die Zahl der Todesopfer durch den Konsum von hochkonzentriertem Alkohol auf mittlerweile 25 Fälle gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Quito am Mittwoch informierte seien in der südöstlichen Provinz Guayas und im zentralecuadorianischen Ambato de Tungarahua zwei weitere Menschen an den Folgen akuter Alkoholvergiftung verstorben.

Die ersten Vergiftungsfälle waren am 12. Juli aufgetreten, als erste Patienten mit Syndromen von Alkoholvergiftung wie Kopf- und Bauchschmerzen, Erbrechen, Schwindelgefühlen, Atemnot und Bewusstlosigkeit die Krankenhäuser aufgesucht hatten. Am Sonntag hatte die Regierung bei einem Stand von 20 Todesopfern reagiert, den Ausnahmezustand erklärt und die »ley seca«, das landesweite Verbot von Alkoholkonsum ausgerufen. Bis Dienstag konfiszierten lokale Behörden 28 Gärungsfässer à 208 Liter sowie über 3.000 Liter selbstgebrannten Schnaps, informierte das Gesundheitsministerium.

Laboruntersuchen des Nationalinstituts für Hygiene und Tropenmedizin hatten sowohl in sichergestellten Schnapsproben als auch bei eingelieferten Patienten eine hohe Konzentration von Methylalkohol festgestellt. Im Stoffwechsel wird dieser Stoff zu hochgiftiger Methansäure und Formaldehyd abgebaut, die als Nervengift schon bei geringen Mengen zwischen 60 und 260 Millilitern zu Lähmungen bis hin zum Tode führen. (bb)