Kolumbien |

Tausende Kinder sind Opfer des bewaffneten Konflikts

Anlässlich des "Internationalen Tages der Ausnutzung von Kindern in bewaffneten Konflikten“, der jedes Jahr am 12. Februar begangen wird, wurde ein Bericht veröffentlicht, der die Situation von Kindern in Kolumbien und Kongo als besonders gefährlich einschätzt.

Das "Internationale Tribunal über von Krieg und Armut betroffene Kinder" hat Daten aus den Jahren 2009 und 2010 ausgewertet. Demnach sind in Kolumbien 90.000 Menschen Opfer des bewaffneten Konflikts geworden, die Zahl der betroffenen Kinder wird auf 9.000 geschätzt. Eine genaue Opferzahl könne nicht ermittelt werden. Nur 2.500 Fälle sind bestätigt worden. Ehemalige Armee- und Guerillaangehörige betonten jedoch immer wieder, dass Hunderte von Leichen in Flüsse oder Massengräber geworfen oder eingeäschert werden.

Zwangsadoption nach dem Tod der Eltern

Bedenklich sei zudem die Tatsache dass Kinder, deren Eltern von Paramilitärs umgebracht worden sind, von Unbekannten oder von Guerilla-Mitgliedern adoptiert würden. Zwei derartige Fälle habe die kolumbianische Justiz nachweisen können und in einem Fall ein Kind wieder in seine Familie zurückgeben können, so die Studie.

Als besonders schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde dabei der Mord an einer Vierzehnjährigen und ihren beiden jüngeren Brüdern hervorgehoben. Die Jugendliche war vergewaltigt, ermordet und in ein Massengrab geworfen worden, später wurden auch ihre Brüder umgebracht und verscharrt. Die Justiz geht aufgrund der Spuren an Rucksäcken von Armeeangehörigen davon aus, dass das Mädchen möglicherweise von sieben Soldaten vergewaltigt worden war, ehe sie umgebracht wurde.

Derartige Morde seien Beweis dafür, dass nicht nur Paramilitärs Menschenrechtsverletzungen begehen, unterstreicht der Bericht.

Weltweit sind rund 300.000 bis 500.000 Kinder in 35 Ländern von bewaffneten Konflikten betroffen. Schätzungen zufolge gibt es derzeit zwischen 11.000 und 14.000 Kindersoldaten. Abgesehen von ihrer meist gewaltsamen Rekrutierung seien diese Kinder häufig Entführungen, Vertreibung und anderen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. (bh)

Quelle: Adital