Mexiko |

Studierende räumen Rektorat der UNAM

Zwölf Tage lang hielten Studierende Teile des Rektorats auf dem Campus der Nationalen Mexikanischen Autonomen Universiät (UNAM) besetzt. Im Anschluss an eine Demonstration, an der am 19. April mehrere hundert Studierende des “Colegio de Ciencias y Humanidades” (CCH) Naucalpan teilnahmen, verschafften sich circa 15 Vermummte gewaltsam Zutritt zur Eingangshalle und mehreren Büros des Turms, in dem die Verwaltung der größten mexikanischen Universität untergebracht ist. Bis in die Morgenstunden des ersten Mai verweigerten die Studierenden jeglichen Zutritt zu dem repräsentativen Gebäude.

Studierende befürchten Ausgliederung aus Uni-System

Bei der CCH-Naucalpan handelt es sich um eine der weiterführenden Schulen, nach deren Abschluss das “Bachillerato”, das in etwa äquivalent zum deutschen Abitur ist, zum Studium berechtigt. Bisher sind sie in das Universitätssystem der UNAM eingegliedert. Im Rahmen der nationalen Bildungsreform sollen an besagter Schule Studienpläne und -programme “aktualisiert” werden. Die Studierenden befürchten, dass sie dadurch langsam aus dem Universitätssystem ausgegliedert werden könnten. Laut den Studierenden könnte das ein erster Schritt in Richtung Privatisierung der universitären Bildung des Landes sein.

Auch in vielen anderen Landesteilen und auf den verschiedensten Ebenen führt das Reformvorhaben, das eines der aktuell bedeutendsten Projekte der mexikanischen Regierung darstellt, zu teilweise massiven Widerständen. Schon Anfang Februar hatte es am CCH-Naucalpan Proteste gegen die Reformpläne gegeben. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit privatem Sicherheitspersonal, in deren Folge fünf Studierende vom Universitätsbetrieb ausgeschlossen wurden. Neben der Forderung, die Ausschlüsse rückgängig zu machen, was bereits realisiert wurde, forderten die Studierenden einen “öffentlichen und entscheidungsfindenden” Dialog mit dem Universitätsrektor José Narro Robles über die Reformvorhaben. Dieser schloss zu Beginn jedoch jede Dialogbereitschaft aus, solange es bei der “gewaltsamen Besetzung” des Rektorats bleibe.

Rektorat verspricht offenen Dialog

Nach zwölf Tagen Besetzung übermittelte das Rektorat der UNAM den Studierenden schließlich das Angebot eines “offenen und ehrlichen Dialogs”, sollten diese die Besetzung aufgeben. Ab dem 9. Mai soll nun ein runder Tisch installiert werden, an dem Studierende und Universitätsleitung die Situation des CCH-Naucalpan sowie die Reformvorhaben diskutieren können.

Quelle: poonal