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Studenten verhindern Aktivitäten der 'Damen in Weiü'

In Kuba sind mehrere Hundert Studenten einem Aufruf der Regierung gefolgt und haben den diesjährigen Protestmarsch der sogenannten ´Damen in Weiß´ in Erinnerung an die Festnahme von 75 Dissidenten vor acht Jahren verhindert.

Die Studenten verschiedener Fakultäten der Universität Havanna waren eigens für den 18. und 19. März vom Universitätsunterricht befreit worden, um an der Gegenkundgebung teilzunehmen. Sie seien schon immer die Speerspitze der revolutionären Bewegung gewesen, meinte dazu die ehemalige Universitätsprofessorin Mercedes Rodríguez.

Elizardo Sánchez, Vorsitzender der Nationalen Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung, sprach von einer staatlichen Instrumentalisierung der jungen Leute, um "andere Bürger zu terrorisieren". Sánchez zufolge wurden in den letzten Tagen Dutzende Frauen und Männer festgenommen und mindestens 20 Personen unter Hausarrest gestellt, indem sie am Verlassen des Hauses von Laura Pollán, Sprecherin der Damen in Weiß, gehindert wurden.

Die Damen in Weiß sind ein Zusammenschluss der Frauen der 75 Dissidenten, die 2003 in einem fragwürdigen und international kritisierten Prozess zu überzogenen Haftstrafen verurteilt worden waren. Seit den Vermittlungsgesprächen der katholischen Kirche im vergangenen Jahr kamen 50 Mitglieder der Gruppe auf freien Fuß. Zuvor waren 23 aus Gesundheitsgründen aus der Haft entlassen worden. Somit befinden sich noch zwei der Gruppe hinter Gittern. Die Regierung hat angekündigt, sie freizulassen.

Die Menschenrechtsorganisation ´Amnesty International´ hatte die 75 Dissidenten zu politischen Gefangenen erklärt. Sie waren zwischen dem 18. und 20. März 2003 inmitten heftiger Spannungen im Zusammenhang mit der ´Präventivschlagdoktrin´ des damaligen US-Präsidenten George W. Bush (2001-2009) verhaftet worden. Damals warf Kuba dem US-Interessenbüro in Havanna vor, die kubanischen Dissidenten zu missbrauchen, um wie im Fall des Irak die Bedingungen für einen Einmarsch der USA in Kuba zu schaffen.

Quelle: IPS Weltblick