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Streit um Grenzfluss

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) macht den schwelenden Konflikt zwischen Costa Rica und Nicaragua um den Grenzfluss "San Juan" zum Gegenstand einer außerordentlichen Sitzung. Zuvor hatte Costa Rica das Gremium angerufen, weil es seine Hoheitsrechte durch das Vorgehen des Nachbarlandes berührt sieht.

Nicaragua hat nach Darstellung Costa Ricas ohne Genehmigung am 18. Oktober mit der Ausbaggerung des Flusses begonnen. Costa Rica wirft Nicaragua zudem vor, die Präsenz der Truppen an der Grenze erhöht und sogar ein militärisches Camp auf einer Flussinsel, die auf dem Gebiet des Nachbarlandes liegen soll, errichtet zu haben. Nicaragua widerspricht dieser Darstellung und erklärt, die Soldaten werden ausschließlich zu Säuberungsarbeiten eingesetzt.

Der Rio San Juan entspringt am südöstlichen Ende des Nicaraguasees bei San Carlos und fließt, bis zu seiner Mündung, 199 Kilometer in östlicher Richtung durch tropischen Regenwald. Er mündet bei San Juan de Nicaragua ins Karibische Meer. Auf einem Abschnitt bildet das Flussufer die Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica, wobei der Fluss auf seiner ganzen Länge zum nicaraguanischen Staatsgebiet gehört. Etwa 25 Kilometer vor der Mündung teilt sich der Fluss in mehrere Arme und bildet ein Delta mit zahlreichen Inseln und Lagunen. Der größte dieser Mündungsarme, der Río Colorado, mündet auf costa-ricanischem Gebiet in die Karibik. Nicaragua will den Fluss zu einer internationalen Wasserstraße ausbauen. (TK)