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Streit um bischöfliches Flugblatt beschäftigt Polizei

Vor der Stichwahl zum Präsidentenamt in Brasilien am 31. Oktober sorgt die Haltung der katholischen Kirche weiter für Schlagzeilen. Die Polizei in Sao Paulo beschlagnahmte mehr als eine Million von einer Regionalorganisation der Brasilianischen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Flugblätter, wie Zeitungen am Montag berichteten. Darin wird der Kandidatin Dilma Rousseff eine zu liberale Haltung zum Thema Abtreibung vorgeworfen.

Der Zusammenschluss der Bischöfe in der Region Sao Paulo distanzierte sich den Berichten zufolge allerdings mittlerweile von dem Flugblatt. Nach einer Krisensitzung am Wochenende erklärten die Bischöfe, man habe nicht ausdrücklich die Kandidatin Rousseff und ihre Partei PT (Partido dos Trabalhadores) beim Namen nennen dürfen. Zuvor hatte sich die nationale Bischofskonferenz von dem Schreiben distanziert und auf die offizielle Position der Neutralität verwiesen.

Seit dem 26. August war das von Bischöfen der "Region Süd 1" unterschriebene und mit den Insignien der Bischofskonferenz versehene Flugblatt in Kirchen verteilt worden. Auf dem Flugblatt werden die Gläubigen aufgefordert, Rousseff wegen ihrer angeblich liberalen Position zur Abtreibung nicht zu wählen. Diese hatte gegen das Flugblatt Protest bei den Wahlgerichten eingelegt, woraufhin die Polizei 1,1 Millionen Flugblätter in einer Druckerei in Sao Paulo beschlagnahmte.

Quelle: kna