Kolumbien |

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Menschenrechtsvergehen

Die kolumbianische Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben im Rahmen der juristischen Initiative „Justicia y Paz“ bislang gegen 4.643 Personen wegen teilweise schwerer Menschenrechtsvergehen Ermittlungen aufgenommen. Davon werden nach einem Bericht der Tageszeitung "El Nuevo Herald" die Mehrheit Mitgliedern rechtsgerichtete paramilitärischen Verbänden (4.131) angelastet. Zudem sind sich 503 linksgerichtete Guerilla-Kämpfer Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen.

Der Ermittlungen wurden im Zuge des Gesetzes "Justicia y Paz" aufgenommen, die aussteigewilligen Kämpfern illegaler Gruppierungen eine Rückkehr in die Gesellschaft ermöglichen soll, wenn sie bei der Aufklärung der Verbrechen aktiv mitarbeiten. Bislang hat die Staatsanwaltschaft 352.437 Opfer im Rahmen des Gesetzes "Justicia y Paz" registriert. Opferverbände kritisieren die im Rahmen von „Justicia y Paz“ vorgesehen Strafen als zu gering, zudem seien bislang zu wenige Täter für ihre Verbrechen tatsächlich zur Rechenschaft gezogen worden. (TK)