Kuba |

Sportler dürfen Devisen behalten

Das erste Mal seit Dekaden wird es kubanischen Sportlern von nun an erlaubt sein, ihre Preisgelder aus dem Ausland zu behalten und Verträge mit ausländischen Vereinen zu unterzeichnen. Diese Bestimmung ist Teil einer umfassenden Reform, die die Nationalversammlung des Inselstaates zum Ende der letzten Woche verabschiedet hat. Darin sind auch höhere Bezahlungen für professionelle Sportler vorgesehen.

Professioneller Sport war auf Kuba seit der Revolution von 1959 mehr oder weniger verbannt. Sportler sollten sich darauf konzentrieren, die Karibikinsel bei internationalen Sportwettbewerben zu repräsentieren, hatten jedoch kaum Möglichkeiten, in ihrer Heimat ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Vor allem für viele kubanische Baseballer stellt die Reform eine Erleichterung dar. „Was wir hier normalerweise im Baseball vermissen, ist Unterstützung und Ermutigung für die Sportler. Das wird sich nun hoffentlich verändern. Es gibt hier mehr als genug gute Qualität“, sagte der Baseballspieler und Goldmedaillengewinner Carlos Tabares der Presse.

Ob sich der Verdienst für Sportler, der derzeit vermutlich bei rund 20 US-Dollar monatlich liegt, tatsächlich massiv erhöhen wird, halten Korrespondenten vor Ort jedoch für fraglich. Der Grund für diese Skepsis ist das nach wie vor bestehende Embargo der Vereinigten Staaten. Dieses verhindert, dass US-Devisen in Kuba landen und könnte auch für professionelle Sportler, die in den USA spielen, zum Tragen kommen. (aj)