Honduras |

Spezialpolizei stürmt besetzte Farm

Einheiten der Spezialpolizei und Soldaten der Streitkräfte haben am Wochenende eine von bewaffneten Bauern im Norden des Landes besetzte Farm gestürmt. Im Vorfeld der Räumungsaktion der Finka "Los Laureles" nahe der Ortschaft Tocoa seien drei Menschen getötet und anschließend über 30 verhaftet worden, beruft sich die venezolanische Nachrichtenagentur teleSUR am Montag auf offizielle Angaben aus der Hauptstadt Tegucigalpa.

Vitalino Alvarez von der Bauernbewegung MUCA beurteilt die Räumung als "Akt der Barbarei". Die Bauern seien am morgen in die Finka "Los Laureles" eingedrungen. Nur wenige Stunden später seien Militär und Polizei gekommen, hätten die Bauern eingekesselt und Tränengas-Bomben geworfen, berichtet der Bauerngewerkschaftler. Vier Kinder seien mit Vergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. "Die Verhafteten wurden in Polizeistationen gebracht und gefoltert", erklärte der MUCA-Aktivist.

Die drei Todesopfer habe es schon kurz vor der Erstürmung durch Regierungseinheiten gegeben. Zwischen bewaffneten Bauern und privatem Wachpersonal sei es zu einem Feuergefecht mit schweren Waffen gekommen, berichteten lokale Medien. Bisher sei unklar, ob es sich bei den Toten um Bauern oder Sicherheitskräfte gehandelt habe, vermeldete die Tageszeitung »El Heraldo«. Weder der örtlichen Polizei noch Rettungskräften sei der Zugang zum Tatort gestattet.

Seit dem Staatsstreich gegen Präsident Manuel Zelaya 2009 sind in Bajo Aguán über 80 Menschen im Kampf um Land gestorben. Der amtierende Präsident Porfirio Lobo sieht hinter dem Konflikt jedoch keinen Agrarkonflikt sondern politische Interessen. Im Juli hatte der konservative Regierungschef die Eskalation im Norden des Landes zu einer Frage der "nationalen Sicherheit" erklärt und die Region von Militär besetzen lassen. Bereits am Sonnabend war bei einem Schusswechsel zwischen Unbekannten und Militär nahe der Stadt Trujillo an der nördlichen Küstenregion ein Zivilist getötet und ein Soldat schwer verletzt worden. (bb)