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Sozialistische Partei bei Kommunalwahlen vorne

Bei den am Sonntag in Venezuela abgehaltenen Kommunalwahlen hat die regierende Sozialistische Partei (PSUV) nach Angaben der nationalen Wahlbehörde die meisten Stimmen erhalten. Nach der Auszählung fast aller Stimmen kommt die PSUV auf 49 Prozent. Das Oppositionsbündnis Tisch der Vereinten Demokratie (MUD) konnte 42 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Die MUD bleibt aber weiterhin die führende Kraft in den beiden größten Städten des Landes Caracas und Maracaibo. Das Bündnis erhielt den Großteil der Stimmen in Städten, während die Sozialistische Partei auf dem Land stärker war. Insgesamt waren rund 19 Millionen Menschen aufgerufen, am Sonntag ihre Stimme abzugeben. Nicolas Maduro bezeichnete das Ergebnis als großen Sieg.

Angespannte Lage im Land

Die Wahlen vom 8. Dezember galten als erste große Bewährungsprobe für den amtierenden Präsidenten Nicolas Maduro, der das Amt im April dieses Jahres vom verstorbenen Hugo Chavez übernahm. Seit den Wahlen im April ist die Lage im Land angespannt und auch die wirtschaftliche Situation bleibt schwierig. Die hohe Inflation sorgte in den letzten Monaten immer wieder für Knappheit bei Grundnahrungsmitteln wie Milch. Auch für Toilettenpapier mussten die Menschen Schlange stehen. Ende vergangenen Monats ließ Maduro sich in diesem Zusammenhang vom Parlament mit weitreichenden Sondervollmachten ausstatten und kann im kommenden Jahr per Dekret regieren. Bisher nutze er dies vor allem, um die Preise für Konsumgüter zu senken.

Die Anhänger der Opposition sind seit der Verkündung der Wahlergebnisse im April immer wieder zu tausenden auf die Straße gegangen, um gegen die Regierung zu protestieren. Sie warfen der PSUV in diesem Frühjahr massiven Wahlbetrug vor und haben in den letzten Monaten immer wieder gegen die Missstände in Venezuela demonstriert. (aj)