Costa Rica |

Soziale Ungerechtigkeit und Gewalt so hoch wie nie zuvor

In Costa Rica haben soziale Ungleichheit und Gewalt im Jahr 2010 ein vorher noch nie da gewesenes Ausmaß erreicht. Dies geht aus dem Bericht zur Lage der Nation hervor, der gestern in der Hauptstadt San José vorgestellt wurde. Rückschläge musste die Regierung des zentralamerikanischen Landes vor allem in den Bereichen der Einkommensverteilung und der Mordrate hinnehmen. Im vergangenen Jahr kamen auf 100.000 Einwohner 11,5 Morde. 40 Prozent davon wurden im Zusammenhang mit dem internationalen Drogenhandel begangen. Der Kampf gegen das organisierte Verbrechen habe für ihre Regierung höchste Priorität, sagte die Präsidentin Laura Chinchilla vor diesem Hintergrund.

Zwar sei weiterhin die gesamte Bevölkerung durch die Sozialversicherungen abgedeckt, allerdings konnte die Armutsquote im letzten Jahr nicht gesenkt werden, heißt es weiter in dem Bericht. So leben weiterhin 21 Prozent der Bevölkerung in Armut. Weitere 13 Prozent der Haushalte liegen nur sehr knapp über der Armutsgrenze. Damit schreite die soziale Inklusion benachteiligter Bevölkerungsgruppen deutlich zu langsam voran.

Auf der positiven Seite betonen die Autoren, dass Costa Rica in ganz Lateinamerika mit 79 Jahren die höchste Lebenserwartung vorzuweisen habe. Dies deute auf eine gute gesundheitliche Versorgung hin. Auch in Sachen Bildung schneide das mittelamerikanische Land gut ab. Die überwiegende Mehrheit der Kinder besuche die Grundschule. Außerdem konnten sowohl die Müttersterblichkeitsrate als auch die Verbreitung von Malaria verringert werden. (aj)