Mexiko |

Schriftsteller Carlos Fuentes verstorben

Der mexikanische Erzähler Carlos Fuentes ist gestern Mittag im Alter von 83 Jahren an Herzproblemen gestorben. Er habe sich zu diesem Zeitpunkt in einem Krankenhaus in Mexiko-Stadt befunden, heißt es in lokalen Presseberichten.

Anwärter auf den Nobelpreis

Fuentes gilt als einer der bedeutendsten Autoren der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur. Immer wieder wurde er als möglicher Nobelpreisträger gehandelt, hat ihn zu Lebzeiten nun aber nicht erhalten. „Auf dass er in Frieden ruhe", twitterte Präsident Calderón, die mexikanische Außenministerin Patricia Espinoza schrieb in einer ersten Reaktion, Fuentes hinterlasse ein „großes literarisches und intellektuelles Erbe“.

Der Autor wurde 1928 als Sohn eines mexikanischen Diplomaten in Panama geboren und verbrachte seine Kindheit unter anderem in Montevideo, Rio de Janeiro, Washington D.C y Buenos Aires. Während er seine höhere Schulausbildung in Mexiko abschloss, war er bei der Zeitschrift „Hoy“ tätig und erhielt seinen ersten Literaturpreis: „Colegio Francés Morelos“. Seinen Studienabschluss machte in Jura an der Universität UNAM in Mexiko-Stadt und in Wirtschaft am Institut für Höhere Internationale Studien in Genf.

Diplomat, Schriftsteller, Drehbuchautor

Er betätigte sich als Diplomat, Schriftsteller und Drehbuchautor. 1975 ging er ging er als mexikanischer Botschafter nach Frankreich. In seinen Werken nahm er Mexikos Gegenwart und Geschichte in den Blick, er selbst lebte jedoch lange Jahre seines Lebens in Europa.

Fuentes schrieb unter anderem Werke wie „Terra Nostra“ (1975) oder „La frontera de cristal (1995, Deutsch: „Die Gläserne Grenze“. 1987 wurde er mit dem „Premio Cervantes“ ausgezeichnet, dem höchst angesehenen Literaturpreis der spanischsprachigen Welt. 2004 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin. Einer seiner letzten öffentlichen Auftritte war die Teilnahme an der 38. Buchmesse in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, Anfang Mai. (bh)