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Schnellbus für Buenos Aires

In Argentiniens Hauptstadt können Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs umweltschädliche und nervenaufreibende Verkehrsstaus bald links liegen lassen. Wie lokale Medien am Montag melden, wird in der 15-Millionen-Einwohnerstadt ab Mitte der Woche die erste Strecke des „Metrobús“ eingeführt, ein Bussystem mit eigenen, vom Restverkehr abgetrennten Fahrspuren, schneller Taktung und Ampelvorrangschaltung. Die 12,5 Kilometer lange Pilotstrecke durchquert das Stadtzentrum über die Verkehrsader Juan B. Justo von West nach Ost und verbindet die Stadtteile Palermo und Liniers.

Bedient werden 21 Haltstellen mit digitalen Anzeigetafeln für Wartezeiten und einem Pre-Paid-Ticketsystem zur beschleunigten Abfertigung. Angeboten wird die Buslinie rund um die Uhr. Während der Hauptverkehrszeit fahren die roten Busse alle zwei Minuten, in Nebenzeiten alle vier Minuten. Der Ticketpreis beträgt zwischen 0,25 und 30 US-Dollar. „Die öffentlichen Verkehrssysteme sorgen für einen kulturellen Wandel, stoßen aber auch auf heftigen Widerstand“, erklärt Guillermo Dietrich, Funktionär der Stadtverwaltung der Tageszeitung „La Nación“. Nachbarn hatten sich über die Bauarbeiten in der Nähe ihrer Häuser beschwert.

Das sogenannte „Bus Rapid Transit-System“ (BRT) wurde in den 1950iger Jahren entwickelt. Die brasilianische Stadt Curitiba hat als weltweit erste Großstadt ein flächendeckendes BRT-Netz. Auch in Bogotá und Santiago de Chile sind täglich Millionen Fahrgäste durch BRT mobil. Die Stadtverwaltung von Buenos Aires erhofft sich für die täglich 100.000 Fahrgäste auf der Strecke ein Zeitersparnis von 45 Minuten, was pro Jahr eine Woche ausmacht. Nach erfolgreicher Testphase soll das BRT auf andere Straßen ausgeweitet werden. (bb)