Kolumbien |

Santos droht mit Abbruch der Friedensgespräche

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat am letzten Wochenende, 23./24. Februar, mit dem Abbruch der Friedensgespräche gedroht, sollte es keine Fortschritte zwischen der Regierung und den Rebellen der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) geben. „ Solange wir vorankommen, sind wir zufrieden. Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir uns vom Tisch erheben“, so Santos vor der Presse. Der kolumbianische Regierungschef verwies auch noch einmal darauf, dass die Regeln für diesen Fortschritt zu Beginn der Verhandlungen im Oktober in Oslo aufgestellt wurden und noch immer gelten.

Santos schließt Waffenstillstand erneut aus

Damit verwies Santos auf die zahlreichen Nebenschauplätze der Friedensgespräche in Havanna und eine erneute Intensivierung der bewaffneten Auseinandersetzungen in den vergangenen vier Wochen. Vor allem die Diskussion um einen Waffenstillstand ist von der FARC immer wieder aufgebracht worden. Die Guerilla hatte ihrerseits zwischen dem 20. November und dem 20. Januar einen einseitigen Waffenstillstand aufrecht erhalten. Für eine Fortsetzung der Waffenruhe forderte FARC-Mitglied Ivan Marquez, eine beidseitige Einstellung der Kampfhandlungen. Santos machte noch einmal deutlich, dass das Militär, seine Waffen erst dann niederlege, wenn es ein Friedensabkommen gibt: „Es gibt keinen Waffenstillstand irgendeiner Art, nicht militärisch, nicht juristisch nicht einmal verbal“, so der 61-Jährige, „ das einzige Messgerät über Fortschritte in Richtung Frieden befindet sich am Verhandlungstisch auf Kuba“.

Währenddessen hat die FARC letzte Woche mit zwei weiteren Bombenattentaten die zweitgrößte ölpipeline des Andenlandes lahm gelegt. Dies gab die ölfirma Ecopetrol am Samstag bekannt. Die beiden Angriffe wurden am 20. und 22. Februar in der Cauca- Region nahe der Grenze zu Venezuela verübt. Die Pipeline befördert täglich 80.000 Barrel öl und ist knapp 800 Kilometer lang. Die Explosionen verursachten mehrere Brände, es gab aber keine Verletzten. (aj)