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Russland erlässt 90 Prozent der Schulden

Kuba und Russland haben laut Medienberichten einen seit zwanzig Jahren währenden Streit über Altschulden der Karibikinsel beigelegt. Wie der russische Auslandsrundfunk "Stimme Russlands" am Dienstag, den 10. Dezember, vermeldete, hätten Vertreter beider Länder bereits am Montag, den 9. Dezember, einen bilateralen Vertrag zur Beilegung des Disputs unterzeichnet.

Moskau werde Havanna demzufolge Schulden in Höhe von umgerechnet 29 Milliarden US-Dollar erlassen, was 90 Prozent der kubanischen Gesamtschuld ausmacht. Die restlichen Auslandsschulden bei dem einstigen Alliierten aus Zeiten des Kalten Krieges in Höhe von 3,2 Milliarden US-Dollar werde Kuba in den kommenden zehn Jahren abstottern. Die Ausstände stammten noch aus Zeiten der Sowjetunion.

Das bilaterale Abkommen zwischen den ungleichen Partnern war Medienberichten zufolge bei einer Reise von Russlands Premierminister Dmitrij Medwedew im Februar 2013 zustande gekommen. Beim Pariser Club, dem informellem Gremium von Gläubigerstaaten zur Schuldenberatung und möglicher Schuldenerlasse, soll das nicht abgestimmte Vorgehen für Unmut gesorgt haben, so "Stimme Russlands". Neben den USA, Großbritannien, Frankreich und anderen Gläubigerländern ist auch Deutschland Mitglied.

Die Kuba-Gruppe im Pariser Club, bei der die USA nicht dabei sind, habe sich übergangen gefühlt. "Der Pariser Club sollte dankbar sein, weil hier eine große Summe Geld vom Tisch ist, so dass ein mögliches Abkommen viel wahrscheinlicher ist", erklärte ein russischer Diplomat gegenüber der Nachrichtenagentur "Europa Press". Kubas Schulden sollen die größten gewesen sein, die ein "Bruderstaat" Russlands angehäuft habe. Der Schuldenschnitt muss noch vom russischen Parlament ratifiziert werden. (bb)