Peru |

Regierung zu Gesprächen mit Bergbaugegnern bereit

Die peruanische Regierung hat gestern bekannt gegeben, dass sie zu Gesprächen mit Vertretern der in Cajamarca gegen das Bergbauprojekt Conga Protestierenden bereit ist, wie die Nachrichtenagentur TeleSur vermeldet. In der Region im Norden Perus wurde aus Protest gegen das geplante Bergbauprojekt vor mehr als 20 Tagen ein unbefristeter Streik begonnen. Erst Ende vergangener Woche war es bei einer Demonstration zu schweren Auseinandersetzungen gekommen, bei denen laut lokalen Presseberichten mehr als 60 Menschen verletzt worden seien.

Regierung bildet Komitee

Premierminister Óscar Valdés erklärte, Präsident Ollanta Humala habe zwei Krisenkomitees gebildet, um den Dialog sowohl mit den lokalen Regierungsvertretern aus Cajamarca als auch mit Vertretern der Protestierenden der Provinz Espinar (Departement Cusco) zu beginnen, wo die Bevölkerung gegen die Kupfermine Tintaya des Schweizer Konzerns Xstrata Copper protestiert. Die Gespräche in Espinar soll von Regierungsseite Umweltminister Manuel Pulgar Vidal leiten. In Cajamarca wird Wohnungs- und Bauminister René Cornejo das Regierungskomitee führen.

Cornejo versicherte auf einer Pressekonferenz, die Regierung wolle sich „die Vorschläge der lokalen Regierungsvertreter anhören“. Damit geht die Regierung auf die in einem offenen Brief von Vertretern der Lokalregierung an Präsident Humala gerichtete Forderung ein, Gespräche zu beginnen und die Vertreter anzuhören. Das Projekt Conga „hat einen sozialen Konflikt hervorgerufen, der bereits neun Monate andauert“, heißt es in dem Schreiben vom 18. Juni, in dem die Unterzeichnenden fordern, das umstrittene Projekt für „undurchführbar“ zu erklären. Unterschrieben hat den Brief an Humala unter anderem auch der Regionalpräsident von Cajamarca, Gregorio Santos.

Absage an Ortsbesuch des Präsidenten

Valdés wies jedoch die Forderung der Protestierenden von Cajamarca zurück, Präsident Humala möge persönlich in die Region reisen und sich mit den Gegnern des Projekts zum Gespräch einfinden. „Ich glaube nicht, dass der Präsident der Republik von Region zu Region reisen muss, um soziale Konflikte zu lösen“, erklärte der Premierminister.

Das in den Distrikten Huasmín, Sorochuco und Encañada geplante Goldtagebauprojekt „Conga“ der Minengesellschaft Yanacocha ist mit 4,8 Mrd. US-Dollar Investitionen veranschlagt und soll in 19 Jahren mehr als 15 Mrd. US-Dollar einbringen. Betreiber ist mit dem Konzern Yanacocha der größte Goldförderer Südamerikas. Für das geplante Bergbauprojekt will die Bergbaugesellschaft vier Seen verlegen, deren Wasser essentiell für die Versorgung der Region ist. Gegner der Mine fürchten gravierende Schäden für den natürlichen Wasserkreislauf und negative Auswirkungen auf die Wasserstände von Flüssen. (bh)