Kolumbien |

Regierung wirft FARC Bruch des Waffenstillstands vor

Der kolumbianische Außenminister Juan Carlos Pinzon hat den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) vorgeworfen, sie hätten den selbst ausgerufenen einseitigen Waffenstillstand gebrochen. Er sagte am 26. November 2012 vor der kolumbianischen Presse, dass es mehrere Sprengstoffanschläge der FARC auf Stromleitungen gegeben hätte. Dies sei nach Aussage Pinzons der Beweis dafür, dass die Rebellen sich nicht an die Waffenruhe halten.

Die Regierung zeigte sich bereits in einer direkten Reaktion auf die Verkündung des Waffenstillstands am 20. November eher skeptisch. Die FARC hätte in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie sich nicht an Versprechen halte, sagte Pinzon. „Wichtig sind nicht Worte, sondern Taten“, fügte er hinzu. Die FARC-Führung räumte ein, dass Mitglieder in einer regionalen Abteilung am ersten Tag der Waffenruhe Stromleitungen zerstört hätten. Die dortigen Kämpfer seien zu diesem Zeitpunkt noch nicht über die Einstellung aller Militäreinsätze informiert worden.

Eines der führenden Mitglieder der FARC, Ivan Marquez, hatte zu Beginn der zweiten Runde der Friedensgespräche am 20. November in Havanna einen Waffenstillstand seitens der Guerilla mitgeteilt, um ein Klima des gegenseitigen Verstehens zu schaffen. Die FARC bekräftige am 25. November noch einmal, die Waffen bis zum 20. Januar niederlegen zu wollen. Die Regierung hingegen hat deutlich gemacht, die Angriffe auf die Rebellen auch während der Verhandlungen nicht einzustellen. (aj)