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Regierung will Benzinsubventionen abbauen

Venezuela will binnen Drei-Jahres-Frist die riesigen Subventionen für Treibstoffe reduzieren. In einer Rede Mitte der Woche hatte sich Präsident Nicolás Maduro erstmals öffentlich zu dem Vorstoß geäußert, der zuvor bereits von mehreren Ministern ins Gespräch gebracht worden war. An der Tankstelle würden "die Leute mehr Trinkgeld geben als der Benzinpreis", verwies Maduro auf die billigsten Tankfüllungen weltweit. 94 Prozent aller Fahrzeuge in der Karibiknation fahren mit fossilen Treibstoffen.

"Ich bin davon überzeugt, dass wir Treibstoffe weiterhin zu Sonderpreisen im Vergleich zum internationalen Markt haben müssen", versuchte das Staatsoberhaupt Ängste vor einem Preisschock entgegenzuwirken. Die Maßnahme sei bei einem Treffen mit der Opposition Anfang Dezember abgesprochen, berichten lokale Medien. In Erinnerung sind die Volksaufstände von 1989, als der damalige Präsident Carlos Andrés Pérez den Benzinpreis per Dekret erhöhte. Der "Caracazo", die mehrtägigen Volksaufstände der Armenviertel in der Hauptstadt Caracas, wurde von Armee und Polizei blutig niedergeschlagen.

Offiziellen Angaben zufolge gibt der Fiskus jährlich über zwölf Milliarden US-Dollar für Treibstoffsubventionen aus. Ein Liter Benzin (95 Oktan) kostet den Venezolaner nur 0,097 Bolívares (0,02 Euro nach offiziellem Kurs). Der Liter Diesel kostet sogar nur 0,048 Bolívares, das sind ein Eurocent. In Deutschland kostete ein Liter Normalbenzin im Dezember 2013 rund 1,30 Euro. Ein Liter Diesel schlägt mit 1,33 Euro zu Buche. "Statistisch gesehen ist Venezuela das Land mit dem billigsten Benzin von allen", hatte zuletzt Energie- und Bergbauminister Rafael Ramírezein Umdenken gefordert. Dem ist so, weil Venezuela die weltweit größten Erdölvorkommen hat. Der venezolanische Benzinpreis ist nach dem saudi-arabischen weltweit der zweitniedrigste. (bb)

 

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