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Regierung verteidigt Militäreinsatz in Michoacán

Mit der Entsendung von Militärs und Polizei versucht Mexikos Zentralregierung in Michoacán die öffentliche Kontrolle zurückzugewinnen. Mit der Ermordung eines kritischen Bürgermeisters durch die schwer bewaffnete „Los Templarios“-Drogenmafia hat die Gewalt im Bundesstaat einen neuen Höhepunkt erreicht. Seit Mai 2013 wurden rund 3.000 Soldaten von Streitkräften und Marine sowie 2.500 Polizisten in das Krisengebiet verlegt, so lokale Medien. Omar Fayad, Vorsitzender im Senatsausschuss für Sicherheit, verteidigte am Montag, den 11. November, die Militarisierung und Arbeit der Streitkräfte in Zentralmexiko.

Kritik am Einsatz war an der Zusammenarbeit des Militärs mit Bürgerwehren der Region aufgekommen. Diese würden mit der Mafia unter einer Decke stecken, erklärten Anwohner von Apatzingán, eine von mehreren Städten, die von den Militärs „befreit“ wurden. „Die Armee hat genug Geheimdienstinformationen um zu wissen, mit wem zusammengearbeitet wird und mit wem auf Patrouille gegangen werden kann“, so der Politiker der regierenden PRI in „El Diario“. Medienberichten zufolge ist die Drogenmafia über Korruption und Gewalt bis in die Verwaltung von Bundesstaat und Rathäusern eingedrungen.

Derzeit gebe es im Bundesstaat „zwei Regierungen“, so der Gewaltforscher René Jiménez Ornelas. „Eine ist der Staat, die andere das organisierte Verbrechen, und die zweite hat in einigen Regionen manchmal mehr Macht als die erste“, analysiert der Soziologe in der Tageszeitung „El Universal“. Die Strategie der Regierung von Felipe Calderón (2006 bis 2012), allein die führenden Köpfe der Mafia auszuschalten, ist laut Ornelas gescheitert. Statt eines "Krieges gegen die Drogen" seien mehr polizeiliche Ermittlungen gegen die „wirtschaftliche und soziale Struktur, welche die Banden zusammenhalten“ vonnöten. (bb)