Kolumbien |

Regierung und FARC verschieben Friedensgespräche

Der für den 15 November angesetzte Beginn der Friedensgespräche zwischen der Guerilla Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) und der kolumbianischen Regierung wurde um einige Tage verschoben. Dies gaben beide Parteien am 13. November in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Die Verhandlungen sollen nun am 19. November in der kubanischen Hauptstadt Havanna beginnen. Diese Entscheidung sei getroffen worden, um auch Vertreter der Zivilgesellschaft einzuladen, an den Gesprächen teilzunehmen.

Auf Agenda stehen: Die Landfrage, die politische Integration der Guerilla-Kämpfer, das Ende aller Kampfhandlungen, der Kampf gegen die Herstellung sowie den Schmuggel von Drogen und der Umgang mit den Opfern des Konflikts. Dabei liegt ein besonderes Gewicht auf der Lösung der Landfrage, denn diese stellte einen der Ursprungskonflikte zwischen den Rebellen und der Regierung da. Bis heute ist gut die Hälfte allen Grundbesitzes in den Händen von lediglich 1,5 Prozent der Bevölkerung. Seit 1985 wurden mehr als fünf Millionen Menschen von ihrem Land vertrieben.

Der Friedensprozess zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung wurde offiziell am 18. Oktober in Oslo eingeleitet. Am 19. November beginnt in Havanna die zweite Runde. Kuba und Norwegen vermitteln zwischen den beiden Parteien. Die Gespräche stellen die Chance dar, einem seit 50 Jahren andauernden bewaffneten Konflikt ein Ende zu setzen, in dem bisher ca. 600.000 Menschen ums Leben kamen. Der Präsident des südamerikanischen Landes, Juan Manuel Santos, äußerte sich zu Beginn der Woche positiv über den Ausgang der Verhandlungsrunde. "Wenn guter Wille vorhanden ist, wird es auch zu einem Abkommen kommen". (aj)