Haiti |

Regierung handelt nicht

Köln. Die Kölner Ärztin Barbara Höfler (71), die seit 10 Jahren Straßenkinder in Port-au-Prince medizinisch versorgt, hat die Koordination von Hilfsmaßnahmen in Haiti kritisiert. Bei den Ärmsten der Armen komme die Hilfe nicht an, sagte Höfler dem Deutschlandfunk am Montag in Köln.

Die deutsche Ärztin, die mit dem Salesianerorden zusammenarbeitet, kritisierte die haitianische Regierung, die seit dem Erdbeben völlig untergetaucht sei. Auch die Übernahme des Kommandos durch die Amerikaner habe nicht zu Verbesserungen geführt. Stattdessen nehme die Bevölkerung den Einmarsch der Amerikaner weithin als Besatzung war.

Die Ärmsten wohnten zum Teil in Gegenden, "die als sehr gefährlich gelten und freiwillig von niemandem angefahren werden", so Höfler. Essen und Wasser gebe es hier nicht. Vielerorts seien ihr halbverhungerte Kinder begegnet, ein Baby habe sie an Flüssigkeitsmangel sterben sehen. Zudem litten besonders die Slumbewohner unter schweren Verletzungen wie Verbrennungen und Frakturen, die nur mangelhaft medizinisch versorgt würden. "Man amputiert alles, was kompliziert zu versorgen ist", so Höfler.

Quelle: kna