Honduras |

Regierung gibt Indigenen-Land zurück

Die honduranische Regierung hat diese Woche der indigenen Volksgruppe der Misikito riesige Landtitel an der Karibikküste der mittelamerikanischen Nation zugesprochen. Insgesamt würden fünf Indigenen-Gruppen, rund 100.000 Personen, in sieben Großgebieten mehr als 970.000 Hektar Land unter ihrer direkten Kontrolle haben, was über sieben Prozent des nationalen Territoriums von Honduras ausmacht, so die Tageszeitung La Tribuna in ihrer Freitagsausgabe, 13. September 2013.

„Mit der Anerkennung der Rechte des Miskito-Volkes über das Land unserer Vorfahren ist Honduras einen historischen Schritt gegangen, von dem alle indigenen Völker auf der Welt profitieren“, erklärte Norvin Goff, Präsident des Miskito-Verbandes „Moskitia Asla Takanka“ (Masta). Der Kampf um die Rückgabe von Misikoto-Land im Osten von Honduras hatte in den 1970er Jahren begonnen, als die Bevölkerung begann, sich dafür vehement einzusetzen.

200 Jahre kontrollierte die Kolonialmacht England den „La Mosquita“-Küstenstreifen an der Grenze zu Nicaragua, der im Abkommen von Cruz-Wycke von 1859 an die unabhängige Republik Honduras überging. Darin verpflichtete sich Honduras indigene Territorien und Rechte zu garantieren, was nicht geschah. Verhandlungen nach massiven Protesten mit der konservativen Regierung von Präsident Porfirio Lobo führten ab August 2012 zu ersten Erfolgen, als das Katainasta-Gebiet zurückgegeben wurde.

Im Mai 2013 folgten das Auhya-Yari-Gebiet sowie Finzmos (26 Gemeinden mit 1.340 Familien), Truksinasta (26 Gemeinden mit 840 Familien), Wamakliscinasta (19 Gemeinden mit 790 Familien), Lainasta (39 Gemeinden mit 1800 Familien) und Watiasta (18 Gemeinden mit 1.200 Familien). Trotz der guten Nachrichten erinnerte Goff an die „Ermordung unserer Brüder beim Kampf um die Verteidigung unserer Wälder und Territorien“ durch „korrupte Politiker, Großgrundbesitzer und Drogenhändler“. Zuletzt Ende August 2013 wurden laut der Indigenen- und Umweltschutzorganisation „Bewegung für Würde und Gerechtigkeit“ (MADJ) drei Gegner von Bergbau-Projekten von der Volksgruppe der Tolupán von Söldnern eines Bergbau-Unternehmens erschossen. (bb)