Chile |

Regierung bezeichnet Studentenbewegung als "radikal geführt"

Der chilenische Regierungssprecher Andrés Chatwick hat gestern in Santiago de Chile behauptet, dass die Studentenvereinigung Confederación de Estudiantes de Chile (Confech) vom radikalen Flügel der Bewegung angeführt werde. Diesen ging es nicht mehr um die Verbesserung der Bildungssituation im Land, sondern hauptsächlich um das Stiften politischer Unruhe. „Wir bedauern es sehr, dass die Bewegung heute von den Gruppen gelenkt wird, die am unnachgiebigsten, am härtesten und am ideologisiertesten sind“, sagte Chatwick im Regierungspalast La Moneda.

Mit seiner Rede reagierte Chatwick auf den Beschluss der Studentenbewegung, den Dialog mit der Regierung bis auf weiteres nicht wieder aufzunehmen. Diese Entscheidung fiel bei einer Versammlung der Studenten am Samstagabend in Valdivia. Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Protestbewegung und der chilenischen Regierung waren am vergangenen Mittwoch nach weniger als einer Woche ergebnislos abgebrochen worden. Confech traf diese Entscheidung, da die Regierung nicht bereit sei ein kostenloses Studium für alle zu garantieren. Auch der Regierungssprecher Chatwick wiederholte am Sonntag, dass das „Angebot einer qualitativ hochwertigen Ausbildung für alle und einer kostenlosen Bildung für diejenigen, die Unterstützung brauchen, weiterhin bestehe“.

Confech hat für den 18. und 19. Oktober zu weiteren Großdemonstrationen und zum Generalstreik im ganzen Land aufgerufen. Diese Mal wird auch die Arbeitervereinigung an den Protesten teilnehmen. Bereits letzten Donnerstag waren die Studenten zum 25. Mal auf die Straße gegangen, um ihrem Unmut über das Verhalten der Regierung Ausdruck zu geben. Die Polizei hatte kurz nach Beginn des Protestes versucht, diesen mit dem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas aufzulösen. Es gab zahlreiche Verletzte und Verhaftungen. Nach Angaben lokaler Medien waren dies die stärksten Repressionen gegen die Bewegung seit der Protest im Mai dieses Jahres begonnen hat. (aj)