Venezuela |

Regen ohne Ende

Die heftigen Regenfälle in Venezuela haben eine viertel Million Menschen zu Flüchtlingen gemacht. 333.442 Venezolaner und 25 Tote seien den Fluten bisher zum Opfer gefallen, sagte am Mittwoch Vizepräsident Elías Jaua auf einer Pressekonferenz gegenüber nationalen und internationalen Medien.

Die insgesamt 7.532 betroffenen Familien seien in 259 Notunterkünften untergebracht, die im ganzen Land verteilt seien, so der Vizepräsident. 16 Zeltlager befänden sich auf dem Gelände des Präsidentenpalastes von Miraflores, wo Präsident Hugo Chávez die Unwetteropfer empfangen habe.

Am stärksten von den Regenfällen und ansteigenden Fluss- und Seeufern betroffen ist der nordwestliche Bundesstaat Zulia an der Grenze zu Kolumbien. Zulias Gouverneur Pablo Pérez gab die Zahl der Betroffenen auf 7000 Menschen an. Präsident Chávez hat hier noch nicht den Ausnahmezustand erklärt, nachdem am Dienstag in den Bundesstaaten Falcón, Caraca, Vargas und Miranda der Notstand ausgerufen worden war.

Gegenüber dem TV-Sender teleSUR erläuterte Gesundheitsministerin Eugenia Sader am Mittwoch, dass trotz der schwierigen Lage keine Seuchengefahr bestehe. Ärzteteams, die selbst organisierten Stadtteilorganisationen des Programms »Barrio Adentro« und das »Batallón 51«, eine Gruppe junger Mediziner mit Ausbildung in der »Lateinamerikanischen Schule für Medizin« (ELAM) in Kuba, habe den gefürchteten Ausbruch von Epidemien bisher verhindern können. (bb)