Argentinien |

Regen lässt Bauern aufatmen

Der seit Beginn der Woche anhaltende Regen in denen von der schwersten Dürre seit 40 Jahren betroffenen Regionen Buenos Aires, Córdoba, Santa Fé und La Pampa lässt die ansässigen Bauern aufatmen. „Es hat in der Kernregion der Dürre anhaltend geregnet mit hohen Niederschlagsmengen zwischen 50 und 70mm“, bestätige Leonardo De Benedictis vom ländlichen Wetterdienst. Die Regenfälle haben die Folgen der seit Dezember anhaltenden Dürre zumindest etwas mindern können. Die anhaltende Trockenheit setzte ein, als sich ein Großteil der Maispflanzen in der ausschlagbebende Phase des Blühens befand. Experten befürchteten einen ähnlich hohen Verlust wie 2008, als in Argentinien aufgrund von ausbleibendem Regen 40 Tonnen Getreide verloren gingen. Sie sahen vor allem die Soja-und Maisernte bedroht.

2012 –ein schlechtes Jahr

Zu Beginn der Saison wurde für die Saison 2011/12 ein Rekordhoch von 30 Tonnen Maisproduktion vorausgesagt. Durch die anhaltende Trockenheit mussten diese Erwartungen um acht Tonnen auf 22 Tonnen reduziert werden. Beim Anbau von Soja minderte der fehlende Regen die Produktion um drei Tonnen. 46 Tonnen Soja statt 49 werden nun im weltweit zweitgrößten Exportland von Mais und dem führenden Lieferanten von Soja erwartet. „Ohne den Regen wäre die Ernte noch weiter zurück gegangen. Der Regen hat uns vor einem absoluten Desaster bewahrt. Nun wird es ein schlechtes Jahr werden, aber immerhin kein katastrophales“, so der Farmer Bernard Courreges aus der Provinz Buenos Aires.

Verantwortlich für die extremen Wetterbedingungen ist nach Aussagen von Meteorologen das Klimaphänomen La Niña. Es sorgt dafür, dass sich das übliche Wetter in manchen Regionen drastisch verstärkt. So bleibt es in ariden Regionen viel trockener als gewöhnlich und regnet in humiden Gebieten deutlich mehr als normal. Auch andere Länder Lateinamerikas sind von La Niña betroffen. Im Südosten Brasiliens hatten mehr als 100 Städte zu Beginn des Jahres mit starken Regefällen zu kämpfen. In Mexiko sind 2,5 Millionen mit der schwersten Dürre seit 70 Jahren konfrontiert. Es wird erwartet, dass La Niña sich nun mehr und mehr abschwächt und sich das Klima bis Ende März wieder normalisiert hat. (aj)