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»Goldene Feder« für Anabel Hérnandez García

Die mexikanische Journalistin Anabel Hérnandez García ist am 3. September mit der »Goldenen Feder der Freiheit« ausgezeichnet worden. Der alljährlich vergebene Medienpreis der »World Association of Newspapers« (WAN-IFRA) wurde auf dem 64. Weltzeitungskongress in der ukrainischen Hauptstadt Kiew verliehen. Anabel Hernández wurde für ihr Engagement zur Aufdeckung von Korruptionsfällen "bis in die höchsten gesellschaftlichen Kreise Mexikos" prämiert, so die Preisverleiher.

Mit ihrer Arbeit über "Drogenkartelle, organisiertes Verbrechen und korrupte Regierungsvertreter" habe die Preisträgerin "ihr Leben in Gefahr gebracht", begründete der 1948 gegründete Branchenverband die Entscheidung auf seiner Webseite. "Für mich persönlich ist die Auszeichnung ein Licht, das meinen dunklen Weg erhellt, ein Licht im einsamen und ungleichen Kampf zwischen einer Journalistin und der kompletten Korruptionsmaschine", erklärte die Enthüllungsautorin und Schriftstellerin in ihrer Dankesrede.

Der Preis zeige, so Anabel Hernández weiter, dass WAN gegenüber der "Ermordung von Journalisten, die in Mexiko passiert, nicht gleichgültig gegenüber stehen". Im Mai 2011 sorgte die Zeitungsfrau für Aufsehen, als sie den Chef der nationalen Sicherheit Genaro García Luna im Kongress-Fernsehen beschuldigte, er habe Bundespolizisten im Tausch gegen eine Beförderung mit ihrer Ermordung beauftragt.

2001 erhielt sie für ihre Enthüllungen "Toallagate" (Handtuchgate) Mexikos Nationalen Journalistenpreis. Dem damaligen Präsidenten Ficente Fox hatte sie skandalöse Verschwendung von Steuergeldern für einen Umkleideraum in der Präsidentenresidenz "Los Pinos" nachgewiesen. Insgesamt 440.000 US-Dollar wurden für die Luxusausstattung ausgegeben, allein ein Handtuch kostete 400 US-Dollar. Für eine Reportage über die Versklavung von Kindern im Grenzgebiet von USA und Mexiko zeichnete sie das Flüchtlingswerk UNICEF aus. (bb)