Mexiko |

Radiomitarbeiterin ermordet

Bei den beiden Toten, die vergangene Woche in einem Auto in der Nähe eines Einkaufszentrum in Mexiko-Stadt enthauptet und verbrannt aufgefunden worden waren, handelt es sich um eine Mitarbeiterin des staatlichen Kultursenders „Radio Educación“ und ihren Lebenspartner. Dies gab Jesús Rodríguez Almeida von der Generalstaatsanwaltschaft des Hauptstadtdistrikts gegenüber Pressevertretern bekannt.

Kein Zusammenhang mit journalistischer Tätigkeit

Die 19-jährige Karla Corina Serralde Ruiz und der 28-jährige Manuel Morales Ramírez aus dem Außenbezirk Tlalpan galten seit dem 10. Januar als vermisst. Laut den Ergebnissen der forensischen Untersuchungen wurden die beiden am 11. Januar umgebracht. Sie sollen am Tag vor ihrer Ermordung aus ihrem Haus heraus entführt worden sein. Zeugen hätten das Paar in dem als gestohlen gemeldeten und ausgebrannten Auto, in dem die beiden Toten gefunden worden waren, in Tlalpan gesehen, so lokale Presseberichte.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft könne jedoch ausgeschlossen werden, dass die Tat mit der Anstellung von Karla Serralde bei Radio Educación in Beziehung stehe, da die Radiomitarbeiterin dort keine journalistische Tätigkeit ausgeübt habe, so Rodríguez. Serralde sei in der Personalabteilung angestellt gewesen. Ihr Partner, Manuel Morales habe elektrische Haushaltsgeräte verkauft.

Human Rights Watch kritisiert Straflosigkeit

Die Tat ähnele anderen Delikten im Zusammenhang mit Autodiebstählen im Valle de México, so der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Über das Motiv und die Hintergründe herrsche noch völlige Unklarheit, erklärte Rodríguez. Die Auswertung der Videoaufzeichnungen von Überwachungskameras am Fundort hätten keine Anhaltspunkte ergeben.

Laut einem Bericht von Human Rights Watch wurden von 35.000 registrierten Mordfällen, die zwischen 2006 und 2010 in Mexiko mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung gebracht wurden, nur 1.000 Fälle von den Behörden untersucht. In diesem Zusammenhang habe es 330 Haftbefehle gegeben, nur 22 Personen sind verurteilt worden, berichtet die Agentur Púlsar. (bh)