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Produktionsstopp für sandgestrahlte Jeans gefordert

Die Kampagne für saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) hat zu einem weltweiten Boykott von Jeans aufgerufen, denen durch die so genannte Sandstrahltechnik ein abgenutzter Look verliehen wird.

Das Geschäft mit den modischen Sandstrahl-Jeans ist für Markenfirmen ein profitables Geschäft. Oftmals entsteht dieser Profit aber auf Kosten der Gesundheit der Arbeiter und Arbeiterinnen. Das Sandstrahlen nehmen die Hersteller häufig in kleineren Unternehmen vor. Zum Beispiel in Bangladesch, Ägypten, China, der Türkei, Brasilien oder Mexiko. Es gelangt dabei Sandstaub in die Luft und - ohne ausreichende Schutzkleidung - auch in die Lungen. Dort verursacht er schnell und mit hoher Wahrscheinlichkeit die unheilbare und oft zum Tod führende Krankheit Silikose (Staublunge).

Nach CCC-Angaben, sind allein in der Türkei 4.000 bis 5.000 Arbeiter von der Krankheit betroffen. 46 Menschen hat der Modetrend bereits das Leben gekostet. Die Dunkelziffer könnte sogar deutlich höher liegen, da Sandstrahlen sehr oft in der informellen Wirtschaft stattfindet.

Die CCC fordert nationale Regierungen dazu auf, die Sandstrahltechnik in der Jeansproduktion rechtlich unterbinden und die Arbeitsschutzbestimmungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Die bereits an Silikose Erkrankten sollen Unterstützung, soziale und medizinische Leistungen sowie eine Arbeitsunfähigkeitsrente vom Staat erhalten – ungeachtet der Tatsache, ob sie in der formellen oder informellen Wirtschaft tätig waren.

Konsument sollen nach sandstrahlfreien Jeans fragen und den Firmen mitteilen, dass sie keine Killer-Jeans kaufen wollen.