Kolumbien |

Präsident Santos stimmt Treffen mit Indigenen zu

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat sich am 15. August zu einem Treffen mit den Vertretern der indigenen Bevölkerung des westkolumbianischen Gebiets Cauca bereit erklärt, um über die Forderungen der Indígenas nach Frieden und Demilitarisierung ihrer Gebiete zu verhandeln. Die Bewohner der Region protestieren seit gut einem Monat gegen den Konflikt zwischen der FARC und dem Militär der Regierung.

Seit Wochen forderte der Indigene Regionalrat von Cauca (CRIC) die Präsenz des kolumbianischen Präsidenten, um konkrete Verhandlungen zu führen und Pläne zur Beendigung des Konflikts mit einer Beteiligung des Volkes zu vereinbaren. Innenminister Federico Renjifo, der sich seit dem 13. August zusammen mit dem Verteidigungsminister in der Region befindet, um mit dem CRIC in Kontakt zu bleiben, gab zu dem Zeitpunkt noch bekannt, dass sich Santos nicht mit den indigenen Vertretern treffen würde. Er habe jedoch einen sozio-politischen Plan in Höhe von 279 Millionen US-Dollar unterzeichnet, um die Probleme in der Region zu lösen. Daraufhin brachen die Indigenen vom Volk der Nasa jegliche bereits laufenden Verhandlungen ab und versammelten sich zu Tausenden in der Friedenszone "Resguardo de Maria", um auf den Präsidenten zu warten. Unter diesem Druck gab Santos nach und erklärte sich bereit, sich am 15. August mit den Vertretern der Indigenen zu treffen. Er stehe für eine versöhnliche Politik, die alle Parteien des Landes anhört.

Ausgelöst wurde die Welle der Proteste am 8. Juli, als Mitglieder der FARC einen Anschlag auf das örtliche Krankenhaus Toribío verübten und dabei eine Krankenschwester und zwölf weitere Menschen schwer verletzten. Als Reaktion auf die ständig wachsende Gewalt der letzten Jahrzehnte, die in diesem Anschlag einen weiteren Höhepunkt fand, organisierten sich die Bewohner Caucas (insbesondere die Nasa-Indigenen) und stürmten Mitte Juli einen Armeeposten. Sie formierten eine eigene "Indigenengarde" und stellten der Guerilla ein Ultimatum, das sie aufforderte ihr Land zu verlassen. (hs)