Kolumbien |

Polizei verhaftet Schlagersänger

In Kolumbien hat die Polizei einen 25 Jahre alten Mann festgenommen, dem mehr als 40 Morde zur Last gelegt werden. Wie das Nachrichtenmagazin "Semana" berichtet, führte der Killer ein Doppelleben als Schlagersänger. Carlos Valencia war vor allem als herzerweichender Schnulzenkönig bekannt. Seinen wohl letzten Auftritt im Scheinwerferlicht der Fotoreporter hatte Carlos Valencia nun aber im Polizeipräsidium der kolumbianischen Hauptstadt Bogota. Dort präsentierten die Beamten den 25-Jährigen der Presse als einen der gefährlichsten Verbrecher des Landes: Mehr als 40 Menschen soll Carlos Valencia als Auftrags-Killer getötet haben. "Er hat ein klassisches Doppelleben geführt", sagte ein Ermittler der Polizei "semana", das den Fall "Valencia" an die öffentlichkeit gebracht hatte.

Carlos Valencia stammt aus der Provinz Caqueta. Dort soll seine mörderische Karriere schon mit 13 Jahren begonnen haben, als er sich der marxistischen Guerilla-Organisation Farc anschloss und im Namen des Sozialismus tötete. Vor drei Jahren versuchte Carlos Valencia in der Hauptstadt Bogota einen Neuanfang, strandete aber im gefürchteten Armenviertel Ciudad Bolivar. Schon bald geriet er dort wieder auf die schiefe Bahn und begann eine neue kriminelle Laufbahn als Schutzgelderpresser und Auftragskiller.

Zugleich entwickelt er sein "zweites Gesicht", begann sein Doppelleben als Sänger und Killer zu leben. Mit einem Regisseur und Models produzierte er professionelle Musik-Videos, die im Internet viele Fans fanden. Zwei-, dreimal in der Woche trat er in Bars der Hauptstadt Bogota auf und versuchte, als Sänger immer bekannter zu werden. (TK)