Paraguay |

Polizei räumt erneut Landbesetzung in Canindeyú

Rund 200 Polizisten haben am vergangenen Montag die Besetzung eines Landstückes in Sidepar (Departement Canindeyú) geräumt. Dabei seien die Behausungen und Felder Dutzender landloser Bauernfamilien zerstört worden, die sich dort angesiedelt hatten, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur. Die Landlosen erheben seit mehreren Jahren ein Anrecht auf dieses Land, das laut Presseberichten im Besitz von Marcos Vela sein soll. Das Gebiet sei ihm unrechtmäßig und in Absprache mit Behördenvertretern zugesprochen worden.

Die Räumung wurde von dem umstrittenen Staatsanwalt Jalil Raschid geleitet, der im Juni 2012 die Räumung von Curuguaty angeordnet hatte, bei der elf Kleinbauern und sechs Polizisten ums Leben gekommen waren. Das Ereignis wurde später als ein wesentliches Argument angeführt, um den gewählten Präsidenten Fernando Lugo abzusetzen.

Protestdemonstration von Kleinbauern

Raschid wird von Anwälten der Bauern und Menschenrechtsorganisationen vorgeworfen, einseitig zu ermitteln, die Rechte von Kleinbauern zu missachten und diese zu kriminalisieren.

Vergangenen Donnerstag hatten rund 3.000 Bauern beim jährlichen Protestmarsch des Landesverbandes FNC in der Hauptstadt Asunción für die Wahrung ihrer Rechte demonstriert. Sie fordern eine Agrarreform, einen Stopp der Gensoja-Produktion und die Auszahlung immer noch ausstehender Entschädigungszahlungen wegen Dürreschäden an mehr als 20.000 Familien. (bh)