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Polizei ermittelt gegen sich selbst

Brasiliens Bundespolizei ermittelt gegen Angehörige von Polizeieinheiten in Rio de Janeiro und im Bundesstaat Goias. Sie sollen Todesschwadronen angehören, berichtete die brasilianische Presse am Donnerstag. Im Bundesstaat Goias wurden demnach 19 Polizisten verhaftet, die über zehn Jahre Dutzende von Menschen ermordet haben sollen.

Die Gruppe in Rio habe mindestens sieben Menschen ermordet, die in illegale Geschäfte in der Millionenmetropole verwickelt gewesen seien, hieß es. Eines der Opfer in Rio soll der Chef des illegalen Glücksspiels in der Stadt sein. Zudem soll die Todesgruppe den Berichten zufolge selbst in den Waffen- und Drogenhandel verstrickt sein.

Erst vor wenigen Tagen wurde die Spitze der Zivilpolizei von Rio de Janeiro ausgetauscht, nachdem Korruptionsvorwürfe gegen die bisherige Führung bekannt geworden waren. Neue Leiterin der Zivilpolizei wurde erstmals eine Frau.
Im Bundesstaat Goias sollen die Polizisten während ihrer Dienstzeit Dutzende Menschen ermordet haben, darunter Frauen und Kinder. Bislang ist nicht klar, aus welchen Motiven die Morde geschahen. Um die Taten zu vertuschen, gaben die Polizisten laut Presseberichten an, die Opfer seien in Ausführung ihres Polizeidienstes zu Tode gekommen. Nach Angaben der Bundespolizei hatten die Opfer keinerlei Verbindung zur kriminellen Unterwelt.

Quelle: kna