Kolumbien |

Paramilitärs unterstützten Uribe-Kandidatur

Nach Einschätzung des kolumbianischen Jesuiten-Oberen Francisco José de Roux hat der ehemalige Chef der paramilitärischen Verbände "Autodefensas Unidas de Colombia (AUC)", Salvatore Mancuso, vor neun Jahren die Wahl des konservativen Staatspräsidenten Alvaro Uribe aktiv unterstützt. Mancuso habe während eines Treffens eingeräumt, dass er sich für die Wahl Uribes eingesetzt habe, heißt es in lokalen Medienberichten aus Kolumbien.

Francisco José de Roux gehört zu den wichtigsten Zeugen der kolumbianischen Justiz, die den Einfluss der paramilitärischen Verbände auf die Politik in den vergangenen Jahren untersucht. Dabei geht es konkret um die Verbindungen von Politikern zu den illegalen bewaffneten Gruppierungen.

Alvaro Uribe wurde 2002 zum ersten Mal zum Präsidenten Kolumbiens gewählt. Vier Jahr später gewann der konservative Politiker eine weitere Wahl und regierte bis 2010.

Die rechtsgerichteten "Autodefensas Unidas de Colombia (AUC)" sind für zahlreiche schwere Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien verantwortlich. Zudem kontrollieren sie einen wesentlich Teil des milliardenschweren Drogenhandels. Die Europäische Union stuft die AUC als Terror-Organisation ein. Trotz eines Demobilisierungsprozesses sind derzeit immer noch tausende paramilitärische Kämpfer in Kolumbien aktiv. (TK)