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Papst ist "Person des Jahres"

Das "Time Magazine" hat Papst Franziskus zur "Person des Jahres" gekürt. Über den Kurznachrichtendienst Twitter verlinkte das Magazin auf eine Würdigung. Darin heißt es, in nur neun Monaten im Amt habe sich der neue Papst "ins Zentrum der wichtigsten Debatten unserer Zeit" gesetzt: um "Wohlstand und Armut, Fairness und Gerechtigkeit, Transparenz, Modernität, Globalisierung, die Rolle von Frauen, die Natur der Ehe und die Versuchungen der Macht".

Der Vatikan freut sich über die Kür von Papst Franziskus. Damit habe eine der bekanntesten Pressestimmen jemanden gewürdigt, der weltweit für religiöse Werte stehe und effektiv Frieden und mehr Gerechtigkeit einfordere, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwoch. Allerdings könne die Entscheidung des US-Magazins angesichts der breiten Resonanz und Aufmerksamkeit für Franziskus seit seiner Wahl zum Papst auch nicht verblüffen.

"Der Papst sucht keinen Ruhm und Erfolg", so Lombardi weiter. Er sehe seinen Dienst vielmehr in der Verkündigung des Evangeliums im Zeichen der Liebe Gottes für alle. "Wenn dies Männer und Frauen anzieht und ihnen Hoffnung gibt, ist der Papst zufrieden." Und wenn die Wahl zum "Mensch des Jahres" zudem zeige, dass viele diese Botschaft "zumindest implizit" verstanden hätten, werde ihn das freuen.

Der frühere Erzbischof und Kardinal von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio, war Mitte März zum Nachfolger von Benedikt XVI. (2005-2013) gewählt worden. Binnen kürzester Zeit verschaffte er dem Papsttum mit Reformankündigungen und Gesten gegenüber Flüchtlingen, Armen und Kranken einen Popularitätsschub über die katholische Kirche hinaus. Am Dienstag wird Franziskus 77 Jahre alt.

Vorgänger von Papst Franziskus

Seit 1927 kürt das renommierte US-amerikanische Magazin "Time" alljährlich eine Person des Jahres. Dabei wird die eine Person oder Gruppe von Personen gesucht, die die Welt am meisten beeinflusst hat - zum Guten oder Schlechten. Man suche jemanden, der sowohl abbilde, wo die Welt gerade stehe, als auch, in welche Richtung es mit ihr weitergehe, schreibt das Magazin auf seiner Internetseite.

Der Legende nach entstand die Idee zu der Ehrung Ende 1927. Die Herausgeber stellten beim Durchsehen der Ausgaben des Jahres fest, dass sie das ganze Jahr über kein einziges Mal Charles Lindbergh nach seinem historischen Flug über den Atlantik auf das Cover gedruckt hatten. Um diesem Ereignis eine späte Würdigung zu geben, dachten sich die Herausgeber den "Mann/Mensch des Jahres" aus und machten Lindbergh zum ersten. Später wurde der Titel in "Person des Jahres" umbenannt.

Das das Magazin nicht nur guten, sondern auch schlechten Einfluss in einem Jahr widerspiegeln möchte, zeigten die Herausgeber bereits mehrfach. Unter anderen wurde Adolf Hitler 1938 zur Person des Jahres und der russische Diktator Josef Stalin gleich zweimal, 1939 und 1942. In diesem Jahr war unter anderen der syrische Präsident Baschar al-Assad nominiert.

Vor Franziskus wurden in den vergangenen Jahren US-Präsident Barack Obama (2012), die Demonstranten in Tunesien (2011) und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (2010) zur "Person des Jahres" gekürt. In früheren Jahrzehnten bekamen auch die Päpste Johannes XXIII. (1958-1963) und Johannes Paul II. (1978-2005) diesen Titel.

Quelle: KNA.