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Oxfam verliert nach Sex-Skandal endgültig Tätigkeitserlaubnis

Ein Blick auf die nach dem Erdbeben 2010 völlig zerstörte Hauptstadt Port-au-Prince. Foto: Adveniat/Escher
Ein Blick auf die nach dem Erdbeben 2010 völlig zerstörte Hauptstadt Port-au-Prince. Foto: Adveniat/Escher

Vier Monate nach dem Beginn offizieller Untersuchungen zum Sex-Skandal bei der britischen Nichtregierungsorganisation Oxfam hat Haitis Regierung der Entwicklungshilfeinstitution die Genehmigung entzogen, weiter im ärmsten Land Lateinamerikas zu arbeiten. „Wir haben heute die Entscheidung getroffen, der im Land arbeitenden NGO aus Großbritannien endgültig die Lizenz zu entziehen“, teilte Planungsminister Aviol Fleurant am Mittwoch, 13. Juni 2018 mit.

Die Entscheidung der Regierung von Präsident Jovenel Moise sei gefallen, „nachdem die Vorfälle untersucht worden sind und wir entschieden haben, dass es besser für das Land ist, wenn Oxfam seine Arbeit nicht wieder aufnimmt“, zitiert die Tageszeitung „El País“ den Minister. Auch das Innenministerium und das Außenministerium bestätigten in einer Pressemitteilung das Aus für den internationalen Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungshilfeorganisationen.

Nach dem Erdbeben in Haiti 2010 hatten Oxfam-Mitarbeiter Sexparties mit Prostituierten gefeiert, auch hatte es Missbrauchsvorwürfe gegeben. Im Mai hatte der britische Oxfam-Chef Mark Goldring seinen Rücktritt bis Ende 2018 angekündigt. Oxfam-Vizechefin Penny Lawrence war nach Bekanntwerden des Skandals im Februar zurückgetreten. 1942 wurde das Oxford Committee for Famine Relief (Oxforder Komitee zur Linderung von Hungersnot) in Großbritannien gegründet, um die Folgen der deutschen Besatzungspolitik in Griechenland zu lindern, wo die wirtschaftliche Ausbeutung zur einer historischen Hungersnot geführt hatte. (bb)