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Oscar Romero erhält posthum höchsten Orden

Das Zentralamerikanische Parlament verleiht dem ermordeten Erzbischof Oscar Arnulfo Romero (1917-1980) postum den höchsten Orden, den es zu vergeben hat. Wie die Tageszeitung „Diario Co Latino“ am Mittwoch (Ortszeit) berichtete, stimmten die 120 Abgeordneten des Regionalparlaments einstimmig dafür, Romero mit dem Orden „Francisco Morazan“ im Rang vom Großen Kreuz auszuzeichnen. Damit würdige es seinen Einsatz für die Armen.

Der Namensgeber des Ordens, Jose Francisco Morazan (1792-1842), war der bedeutendste Präsident der Zentralamerikanischen Konföderation; der Staatenbund hatte nur wenige Jahre, von 1823 bis 1838, Bestand. Das Zentralamerikanische Parlament (PARLACEN) mit Hauptsitz in Guatemala-Stadt besteht seit 1991. Feste Mitglieder sind Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Panama.
Romero wurde im März 1980 während eines Gottesdienstes erschossen. Mit seinem Einsatz für soziale Gerechtigkeit und wider Ausbeutung und Unterdrückung hatte sich der Erzbischof offen gegen die damalige Militärdiktatur in seinem Land gestellt. Drahtzieher des Attentats soll der spätere Gründer der nationalistischen ARENA-Partei Roberto D‘Aubuisson gewesen sein, ein Major der salvadorianischen Armee und Chef der berüchtigten Todesschwadronen.

Der Tod Romeros war Mitauslöser des Bürgerkriegs in El Salvador, der 70.000 Menschen das Leben kostete. Erst 1992 wurde ein Friedensabkommen geschlossen. Seit 1994 läuft in Rom ein Seligsprechungsverfahren für Romero. Am Sonntag hatte der aktuelle Erzbischof von San Salvador Jose Luis Escobar Alas zum 93. Geburtstag Romeros erklärt, er erwarte eine baldige Seligsprechung.

Quelle: kna