Kolumbien |

Oppositionspolitikerin bringt Kinder auüer Landes

Die linksgerichtete kolumbianische Oppositionspolitikerin Piedad Cordoba will wegen der hohen Zahl von Morddrohungen gegen sie und ihre Familie ihre Kinder außer Landes bringen. Nach lokalen Medienberichten existieren derzeit vor allem in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter mehr als 120 Profile in denen zur Ermordung Cordobas aufgerufen wird.

Kritiker Cordobas werfen der Politikerin eine zu große Nähe zur linksgerichteten Guerilla-Gruppierung Farc vor, die von den USA und der Europäischen Union als Terror-Organisation eingestuft wird. Wegen des Vorwurfes einer engen Kooperation mit der Farc verlor Cordoba im September 2010 auch ihren Sitz als Senatorin. Cordoba selbst bestritt die Vorwürfe vehement.

Die katholische Kirche in Kolumbien hatte Cordoba zuletzt gegen die Vorwürfe in Schutz genommen. Gemeinsam mit führenden Kirchenvertretern, aber auch im Alleingang hatte Cordoba in den vergangenen Jahren erfolgreich die Freilassung zahlreicher langjähriger Farc-Geiseln vermittelt. Piedad Cordoba ist Vorsitzende der Nicht-Regierungs-Organisation "Colombianos y Colombianas por la Paz (CCP)", die sich für eine friedliche Lösung des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien einsetzt.

Kolumbianische Politiker forderten die Behörden des Landes auf, die Urheber der Morddrohungen ausfindig zu machen und zu bestrafen. Einen ähnlichen Fall gab es in der jüngeren Vergangenheit in Kolumbien bereits schon einmal. Dabei spürte die Polizei den Autor von Facebook-Morddrohungen gegen die beiden Söhne des ehemaligen rechtskonservativen Staatspräsidenten Alvaro Uribe (2002 - 2010) auf. (TK)