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Opposition hofft auf Vermittlung des Papstes

Venezuelas Oppositionsführer Henrique Capriles hat Papst Franziskus um Vermittlung im Konflikt mit der sozialistischen Regierung von Präsident Nicolas Maduro gebeten. Franziskus habe ihm zugesagt, er wolle sich für eine Beilegung der gesellschaftlichen Spannungen in dem südamerikanischen Land einsetzen, sagte Capriles in einem am Donnerstag, 8. November, veröffentlichten Interview des Internetportals "Vatican Insider". Capriles, Gouverneur des venezolanischen Bundesstaates Miranda, war am Mittwoch, 6. November, im Vatikan mit dem Papst zusammengetroffen.

Der Oppositionspolitiker äußerte die Hoffnung, der neue Staatssekretär Pietro Parolin könne bei einer Vermittlung eine führende Rolle spielen; Parolin war von 2009 bis Oktober Botschafter des Heiligen Stuhls in Venezuela. Die Kirche verfüge in dem überwiegend katholischen Land über die moralische Autorität, um die Parteien an einen Tisch zu bringen und einen ehrlichen Dialog zu moderieren, so Capriles weiter.

Er warf der Regierung Maduro Gesprächsverweigerung und Menschenrechtsverletzungen mit Hilfe der Justiz vor. Maduro, der Wunschnachfolger des verstorbenen Präsidenten Hugo Chavez, bringe Kritiker systematisch zum Schweigen. Zudem drohe dem Land durch Inflation und Arbeitslosigkeit der wirtschaftliche Ruin.

Capriles sprach von chaotischen Verhältnissen, in denen jedes Jahr rund 20.000 Menschen getötet würden. Papst Franziskus habe dagegen in dem gemeinsamen Gespräch einen Weg der Versöhnung gefordert, so der Oppositionsführer. Der Vatikan selbst machte zu dem Treffen keine inhaltlichen Angaben.

Das Oppositionsbündnis MUD um Capriles war Maduro bei den Präsidentschaftswahlen im April knapp unterlegen. Capriles zweifelte das Ergebnis an und sprach von Wahlfälschungen. Anschließend kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Oppositionellen und Regierungsanhängern. Seither blieb die Lage angespannt.

Quelle: KNA