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Offizielle Studie: Armut in Mexiko steigt weiter

Laut jüngster Zahlen des staatlichen Nationalrates zur Evaluation der Sozialpolitik (Coneval) gibt es in Mexiko immer mehr Armut. Von 2010 bis 2012 sei die Zahl der Menschen ohne ausreichende Mittel zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten um rund 500.000 angewachsen, so ein auf der Coneval-Webseite einzusehender Bericht. Die Zahl armer Mexikaner stieg in zwei Jahren von 52,8 Millionen auf 53,3 Millionen an, also 45,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Als arm gilt, wer in der Stadt weniger als 1125 Pesos (66 Euro) und auf dem Land weniger als 800 Pesos (47 Euro) monatlich zur Verfügung hat. In den letzten vier Jahren ist die Armut damit um insgesamt 3,8 Millionen Menschen gestiegen.

Weitere 40,7 Millionen Mexikaner (34,7 Prozent) gelten laut dem Bericht „Armutsmessung in Mexiko und seinen föderalen Gebietseinheiten 2012“ als „armutsgefährdet“. Über 80 Prozent aller Mexikaner sind demnach arm oder am Rande der Armut. Nur zwei von zehn Bürgern (19,8 Prozent) können sorgenfrei leben, habe Zugang zu Bildung und Gesundheit sowie verfügen über sicheres Einkommen. Die Zahl der Menschen mit ausreichend Kaufkraft für den Basis-Warenkorb stieg von 21,5 Millionen auf 23,1 Millionen an.

Die Zahl derjenigen ohne ausreichenden Zugang zu Bildung und Gesundheit stieg um 2,4 Millionen auf insgesamt 32,9 Millionen an. Die am meisten vom Armutszuwachs betroffenen Bevölkerungsgruppe sind Mexikaner unter 18 Jahren, Wohnsitz in der Stadt, Menschen mit Behinderung sowie ältere Menschen. 2,2 Millionen Mexikaner verfügen über keinerlei Rente. Insgesamt sei die Zahl armer Menschen in den Städten um eine Million gestiegen. Auf dem Land sank die Armutsrate derweil von hohen 64,9 Prozent (17,2 Millionen) auf 61,6 Prozent (16,7 Millionen). 300.000 Indigene haben laut offizieller Statistik die Armutslinie überschritten. (bb)