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Obama: Keine Entschuldigung für US-Putschunterstützung

US-Präsident Barack Obama hat seinen Staatsbesuch in Chile nicht dafür genutzt, sich für die Unterstützung des Militärputsches 1973 durch die USA zu entschuldigen, wie von Vertretern der chilenischen Linken gefordert. Er appellierte stattdessen, alte Debatten zu überwinden, nach denen die Vereinigten Staaten entweder Ursache aller Probleme in der Region seien oder diese Probleme ignorierten.

Zahlreiche Chilenen hätten eine wie auch immer geartete Entschuldigung geschätzt, ohne dass sie in grundsätzlicher ideologischer Gegnerschaft zu den USA stünden. Beim Sturz des chilenischen Präsidenten Salvador Allende durch das Militär war 1973 auch finanzielle Unterstützung aus Washington geflossen. Für die Zuhörer seiner zusammen mit Chiles Präsident Sebastián Piñera abgehaltenen Pressekonferenz hielt Obama den Gemeinplatz bereit: „Die Geschichte der USA ist mitunter äußerst schwierig.“

Verstrichene Gelegenheit

Beobachter hatten zuvor eine eigentlich ideale Gelegenheit für klärende Worte gesehen, sprach Obama doch in einem Kulturzentrum, das sich im Untergeschosse jenes Gebäudes in Santiago de Chile befindet, in dem der Putsch begangen wurde. Der US-Präsident versprach jedoch nur Unterstützung bei der Aufklärung der Verbrechen des Pinochet-Regimes. Zur Verantwortung seines Amtsvorgängers Richard Nixon für den Putsch, in dessen Folge 3.000 Chilenen verschwanden, wollte Obama sich nicht äußern.

Chile pflegt einen pragmatischen Umgang mit der Vergangenheit und wird häufig als vorbildlich die Versöhnung mit seiner Geschichte betreffend angesehen. (bs)