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OAS besorgt wegen Journalistenmorden

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat in einer Stellungnahme ihre Besorgnis über die Gewalt gegen Journalisten in Brasilien erklärt. Die Regierung in Brasilia wurde aufgefordert, die Morde an den Journalisten Valerio Nascimento und Luciano Leitao Pedroso schnellst möglich aufzuklären. Bereits im April hatten verschiedene Journalistenverbände die sich zuletzt häufenden Morde an Journalisten angeprangert.

Der Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit der Menschenrechtsabteilung der OAS forderte die Behörden auf, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen um die Verantwortlichen zu identifizieren und zu bestrafen. Andernfalls könnte die Welle von Gewalt gegen Journalisten nicht eingedämmt werden. Es sei zudem Pflicht des Staates, für eine Entschädigung der Opferfamilien zu sorgen, so die OAS.

Valerio Nascimento war am 03. Mai tot in seinem Haus im Landesinneren von Rio de Janeiro aufgefunden worden. Kurz zuvor hatte Nascimento in einer Publikation offen über Korruption innerhalb der öffentlichen Verwaltung berichtet. Der Nationale Zeitungsverband ANJ hatte zur Aufklärung der Tat aufgerufen. Man habe die Pflicht, die Einhaltung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit in Brasilien einzufordern.

Der Journalist Luciano Leitao Pedroso war am 09. April von zwei Unbekannten in einem Restaurant im Bundesstaat Pernambuco erschossen worden. In seinen TV-Programmen hatte er Lokalpolitikern vorgeworfen, in Mafia ähnliche Verbrechen verstrickt zu sein. Anlässlich des Mordes an Pedroso und dem Ende März in Rio de Janeiro gescheiterten Mordanschlag auf den Journalisten Ricardo Gomes hatte der in New York ansässige Journalistenschutzverband "Committee to Protect Journalists" (CPJ) bereits im April die oftmals langsame und halbherzige Aufklärungsarbeit der Behörden kritisiert.

Auch die Interamerikanische Pressegesellschaft SIP (Sociedad Interamericana de Prensa) hatte sich im April zu Wort gemeldet. Sie forderte Brasiliens Kongress auf, eine effektivere Gesetzgebung zur Verurteilung der Täter auf den Weg zu bringen. Mindestens 20 seit den 90er Jahren verübte Morde an Journalisten seien immer noch nicht aufgeklärt, so die SIP. (milz)