Kolumbien |

Nichtangriffspakt zum Schutz der Schildkröte

In Kolumbien haben Angehörige des Wayúu-Stammes eine Initiative zum Schutz von Schildkröten gestartet. Der nördlichste Stamm indigener Ureinwohner Südamerikas strich kurzerhand Schildkrötenfleisch von der "Speisekarte", obwohl dies eines der wichtigsten Bestandteile der typischen Nahrung ist. "Es ist, als ob wir ein wenig gegen die Kultur meiner Vorfahren kämpfen", sagte Olegario Choles der Tageszeitung "El Nuevo Heraldo". Der 72 Jahre alte Stammesführer erklärte: "Jetzt ist die Stunde gekommen, um sie zu retten, damit wir uns selbst retten."

Zugleich entließen die Wayúu 220 gezüchtete Schildkröten im Rahmen eines Festes am Strand von Bahía Hondita in der nordöstlichen kolumbianischen Provinz La Guajira in die Freiheit, um die stark geschrumpfte Population zu stärken.

Restaurant-Besitzer, Köche und Schildkrötenfänger schlossen derweil einen "Nichtangriffspakt", damit sich die Schildkröten-Population erholen kann. Schildkrötensuppe wird Touristen als Abschreckung zum vergleichsweise hohen Preis von umgerechnet 10 Euro angeboten. Dreimal am Tag patrollieren Wachen am Strand, um das Fangverbot zu kontrollieren. Die Schildkrötenfänger erhalten eine Ausgleichszahlung, um ihre Verluste in erträglichen Rahmen zu halten. (TK)