Kolumbien |

Neue Kampagne gegen Gewalt an Frauen

Um das Augenmerk auf die Gewalt gegen Frauen zu lenken, bedienen sich mehrere Menschenrechtsrechtorganisationen in Kolumbien der Sprache des Sports. Unter dem Motto: „Gewalt gegen Frauen macht dich nicht zum Champion“, starteten unter anderem die Frauen von Medellín, das Haus der Frauen aus Bogotá und Funsarep aus Cartagena eine neue Kampagne. Die Organisationen arbeiten vor allem mit Symbolen des Fußballs - wie zum Beispiel der roten Karte gegen Gewalt an Frauen - um auf die Problematik aufmerksam zu machen. „ Die Aktion ist der Versuch alternative Lösungen für das Problem zu finden. Wir betrachten sie als einen Weg über den Sport und vor allem den weltweit beliebten Fußball neue Stimmen hinter unser Ziel zu bringen“, so der Chef der Kooperation. Die Organisation bezeichnet die Gewalt an Frauen neben den verheerenden körperlichen Schäden als eine Verletzung ihrer Würde und ihrer Freiheit. Im Zuge der Kampagne wird die Kooperation landesweit Fußballkalender, Sticker und Mousepads verteilen. Außerdem steht das Ausrichten mehrerer Sportevents unter dem Motto der Kampagne sowie die Ausstrahlung eines Videos auf dem Plan.

Obwohl Übergriffe an Frauen bereits seit Jahrzehenten ein Problem in Kolumbien darstellen, dringt das Thema erst seit den 1990er Jahren in die öffentliche Wahrnehmung. Vor allem die mangelhafte Dokumentation der Gewalt sei laut den Organisatoren der Kampagne problematisch. Diese sei unzureichend und gebe keinen vollständigen Überblick über das Ausmaß des Problems. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Medizin wurden im vergangen Jahr 77.545 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. 78 Prozent der Opfer waren weiblich. Darüber hinaus gab es 50.828 Fälle von Partnergewalt. Auch hier seien zumeist Frauen die Leidtragenden. Pro Familia geht allerdings von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. (aj)