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Nackte Radfahrer bringen Verkehr in der Hauptstadt zum Erliegen

Tausende nackte und leicht bekleidete Fahrradfahrer haben am letzten Samstag, 8. Juni, den Verkehr in Mexiko-Stadt zum Erliegen gebracht. Ziel dieser Art des Protestes ist, das Fahrrad als alternatives Verkehrsmittel zum Auto zu bewerben. Besonders in der Millionenmetropole Mexiko-Stadt verstopfen täglich unzählige Autos die Straßen. Die Aktion in der mexikanischen Hauptstadt war Teil der internationalen Kampagne „World Naked Bike Ride“, die jedes Jahr im Juni in zahlreichen Großstädten weltweit stattfindet. Damit wollen die Teilnehmer verdeutlichen, dass Fahrrad fahren zum einen gut für die eigene Gesundheit ist und zum anderen den Ausstoß fossiler Brennstoffe mindert. Es gehe darum, sich uneingeschränkt, ohne Stau in sauberer Luft bewegen zu können“, hieß es seitens der Organisatoren.

Das Nacktsein soll darüber hinaus die Verwundbarkeit der Fahrradfahrer im Straßenverkehr in den Fokus rücken. Zwar haben die Behörden in Mexiko-Stadt in den letzten Jahren zahlreiche fahrradfreundliche Richtlinien verabschiedet, trotzdem bleibt das Fahrrad fahren in der Großstadt weiter eine Herausforderung. „In Mexiko ist es ein Alptraum, mit dem Fahrrad zu fahren. Es ist quasi so, als würdest du nicht existieren, als wärst du ein Geist“, beschreibt eine Teilnehmerin die tägliche Herausforderung sich aufs Rad zu schwingen.“ Wir haben jeden Tag Angst das Haus zu verlassen und nicht mehr wiederzukommen“, fügt eine andere hinzu. Vor diesem Hintergrund forderten die Protestler in der mexikanischen Hauptstadt auch eine bessere Infrastruktur für Radfahrer. Neben Mexiko-Stadt nahmen auch die Radfahrer Pueblas, Morelias, Colimas und Guadalajaras an der Aktion teil. (aj)

Die Homepage der Kampagne (Englisch): http://www.worldnakedbikeride.org/