Honduras |

Morde an Frauen haben sich vervierfacht

Laut der jüngsten offiziellen Statistiken hat sich die Zahl der Morde an Frauen in Honduras in den vergangenen sieben Jahren vervierfacht. So starben im Jahr 2005 180 Frauen durch eine Gewalttat, im Jahr 2012 wurden 606 Fälle registriert. Die Nichtregierungsorganisation Komitee für Frauen in Frieden macht auch den fehlenden politischen Willen in dem zentralamerikanischen Land, die Rechte von Frauen zu garantieren, für den massiven Anstieg verantwortlich. „Wir brauchen mehr politischen Willen, um die Achtung für das Leben von Frauen zu gewährleisten und eine Strategie zu entwickeln, die Ungleichheit zu bekämpfen“, so Gladys Lanza von der Organisation.

Laut Lanza ist die hohe Gewalt gegen Frauen in Honduras das Ergebnis einer Machismo-Kultur, in der Männer generell höher gestellt sind als Frauen. Männer glauben dementsprechend, dass sie das Recht dazu haben, Frauen Gewalt anzutun und ihnen auch das Leben zu nehmen. Zwar hat das Parlament im Februar dieses Jahres ein Gesetz verabschiedet, welches den Femizid in das Strafgesetzbuch aufnimmt und mit bis zu 30 Jahren Haft bestraft, es fehlt jedoch nach wie vor an geeigneten Institutionen, um die zahlreichen Morde aufzuklären

Die Straflosigkeit stellt nach Angaben der Staatsanwältin für Frauenrechte, Grisel Amaya, ein weiteres großes Problem in Honduras dar. Sie geht davon aus, dass ca. 80 Prozent der Fälle komplett ohne Investigation seitens der Polizei bleiben. In Honduras habe Gerechtigkeit laut Amaya immer noch einen hohen Preis und dementsprechend spiele die wirtschaftliche Lage vieler Täter eine große Rolle. (aj)