Guatemala |

Mord an Facundo Cabral aufgeklärt

Der Mord an dem Volkssänger Facundo Cabral konnte nur wenige Tage nach der Tat aufgeklärt werden. Dies hat der Staatspräsident Guatemalas Àlvaro Colom am Donnerstag bekannt gegeben. Cabral geriet gemeinsam mit dem Konzertveranstalter Henry Fariña am Samstagmorgen in Guatemala-Stadt auf der Fahrt zum Flughafen unter Beschuss. Der Argentinier Cabral erlag seinen Verletzungen, während Fariña überlebte, sich aber nach wie vor in einem kritischen Zustand befindet.

Die guatemaltekische Polizei konnte bereits am Dienstag (12.07.) zwei Verdächtige festnehmen, die auf einem Überwachungsvideo bei der Observierung Fariñas und Cabrals zu sehen sind. Colom zufolge konnten die Tat und ihre Hintergründe inzwischen vollständig aufgeklärt werden. Es stehe nun fest, dass die Schüsse dem nicaraguanischen Unternehmer Fariña galten und nicht Facundo Cabral, so der Regierungschef.

Nach Angaben lokaler Medien ist Fariña neben seiner Tätigkeit als Veranstalter auch Besitzer einer Nachtclubkette und in diesem Zusammenhang in Drogengeschäfte verwickelt. In einem Bericht der Tagezeitung La Prensa heißt es, ein betrogener Geschäftspartner Fariñas habe den Mord in Auftrag gegeben. Cabral wurde zufällig zum Opfer, da er den Nicaraguaner spontan auf der Fahrt begleitete. Dies gehe aus einer Zeugenaussage hervor, die dem Staatsanwalt vorliegt, heißt es in dem Artikel. „Cabral ist ein unschuldiges Opfer transnationaler, organisierter Kriminalität geworden“, bedauerte Colom in einem Interview.

Beisetzung in Argentinien

Der Sänger und Liedermacher wurde am Mittwoch in seine Heimat Argentinien überführt und dort beigesetzt. Tausende Menschen verabschiedeten sich während einer Zeremonie im Altano-Theater in Buenos Aires von Facundo Cabral. Er wurde 74 Jahre alt. Künstler, Politiker und Prominente aus ganz Lateinamerika sandten ihre Beileidsbekundungen. Der Rat der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hielt eine Schweigeminute zu Ehren des Argentiniers ab. (aj)