Venezuela |

Mindestlohn und Renten steigen um zehn Prozent

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat am Montag, den 6. Januar 2014, eine Erhöhung des nationalen Mindestlohns und staatlichen Rentenleistungen um zehn Prozent angekündigt. Die Maßnahme sei wegen „krimineller Inflation, ausgelöst durch den Wirtschaftskrieg im letzten Jahr“ nötig gewesen, erklärte das Staatsoberhaupt in einer TV-Ansprache den Versuch seiner Regierung, die Kaufkraft von Angestellten und Rentnern angemessen zu erhöhen.

Mit dem Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns um zehn Punkte liegt die Lohnuntergrenze in der Karibiknation ab sofort bei 3.770 Bolívares, was bei offiziellem Kurs rund 519 US-Dollar entspricht. Seit Mai 2013 ist der Mindestlohn damit um 59 Prozent gestiegen, rechnete der Ex-Gewerkschaftler Maduro im Präsidentenpalast von Miraflores vor, was immerhin drei Prozent über der akkumulierten Inflation von 56 Prozent im selben Zeitraum beträgt.

Dem offiziellen Dollarkurs zugrunde gelegt ist der Mindestlohn in Venezuela nach Argentinien der zweithöchste in ganz Südamerika. Kritiker hingegen bezweifeln die Wirksamkeit der jüngsten Lohn- und Rentenanpassung. Es sei der parallele Dollar, der Wirtschaft, Preise und Löhne bestimme. Dessen Schwarzmarktkurs liegt zehn Mal höher als der vom Staat festgelegte Wechselkurs. Der Mindestlohn ist bei dieser Rechnung nur noch 50 US-Dollar wert. (bb)