Mexiko, Guatemala |

Migrationsbehörde in Tapachula besetzt

Menschenrechtsaktivisten haben gestern im Zuge eines Protestmarsches gegen die sexuelle Ausbeutung von Migranten symbolisch die Räume der Internationalen Migrationsbehörde (IOM), der Staatsanwaltschaft für Migration und des Gemeinderates in der südmexikanischen Stadt Tapachula besetzt, berichtet die mexikanische Tageszeitung „El Universal“ in ihrer Online-Ausgabe. Die Protestierenden fordern von den Behörden ein entschiedeneres Agieren gegen Menschenhandel und Ausbeutung. Alle nicht zielführenden Anordnungen müssen überarbeitet werden, forderten die Menschenrechtler von der Staatsanwaltschaft.

Dem Bürgermeister von Tapachula, Emmanuel Nivón, warfen die Aktivisten vor, dass die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen aus Mittelamerika in der Stadt offen toleriert werde. Nur wenige Meter vom Rathaus entfernt würden Polizisten die Prostitution Minderjähriger gegen Zahlung von 30 bis 50 Peso zulassen, erklärte Elvira Arellano, Koordinatorin der Lateinamerikanischen Familienorganisation FLU. „An den Sonntagen arbeiten Dutzende indigene Frauen aus Guatemala in Restaurants und Bars, bei denen es sich getarnte Bordelle handelt in denen die Frauen dann sexuell ausgebeutet werden“, zitiert „El Universal“ die Koordinatoren.

Nationale Menschenrechtskommission begleitet die Aktion

An dem Marsch nehmen unter anderem die Migrantenbewegung Mittelamerikas (MMM) und Movimiento Migrante Mesoamericano und Aktivisten verschiedener Migrantenherbergen teil, so etwa Priester Heyman Vázquez von der Herberge in Arriaga im Bundesstaat Chiapas. Koordiniert wird der Protestmarsch von Ramón Verdurgo Sánchez, Leiter der Herberge „Todo por Ellos“, ebenfalls in Chiapas. Nach Angaben lokaler Presseberichte begleitet die staatliche Nationale Menschenrechtskoordinationsstelle (CNDH) die von Nichtregierungsorganisationen angeführte Aktion.

Der „Protestmarsch für Schutz und Würde von Migranten“ begann am 3. Januar in Tecún Umá, Guatemala, in der Nähe der mexikanischen Grenze und soll bis in den Bundesstaat Oaxaca führen.

Die CNDH schätzt, dass jährlich etwa 20.000 Migranten von kriminellen Banden entführt werden um von den ihnen Geld zu erpressen oder die Migranten zu zwingen, für sie zu arbeiten. (bh)

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